Paris – 24.08.2026: Der Iran hat die von Frankreich angekündigte Ausweisung zweier Mitarbeiter der iranischen Botschaft als rechtswidrig zurückgewiesen. Teheran reagiert damit auf die Entscheidung des französischen Außenministers Jean-Noël Barrot, die beiden Diplomaten zu unerwünschten Personen zu erklären. Paris hatte die Maßnahme am 18. August öffentlich gemacht und ihre Umsetzung für die darauffolgenden Tage angekündigt.
Die französische Regierung begründet den Schritt mit dem Vorgehen Irans gegen zwei Angehörige ihrer Botschaft in Teheran. Die iranischen Behörden untersagten ihnen die Rückkehr in das Land und warfen ihnen illegale Aktivitäten sowie Verstöße gegen diplomatische Regeln vor. Frankreich weist diese Darstellung zurück. Das Außenministerium spricht von einem schwerwiegenden Vorgehen iranischer Sicherheitsdienste gegen eigenes Botschaftspersonal.
Nach Angaben des Quai d'Orsay wurden die beiden französischen Beschäftigten am 19. Juli in Teheran von iranischen Sicherheitskräften angegriffen und zeitweise festgehalten. Paris wertet den Vorfall als Verletzung des Völkerrechts und des Wiener Übereinkommens über diplomatische Beziehungen. Der Vertrag verpflichtet den Empfangsstaat, die Person, Freiheit und Würde von Diplomaten zu achten und sie vor Angriffen zu schützen.
Barrot erklärte am 19. August, ein solcher Vorfall könne nicht folgenlos bleiben. Frankreich habe deshalb beschlossen, zwei Mitarbeiter der iranischen Botschaft auszuweisen. Das Ministerium berief sich auf Artikel 9 des Wiener Übereinkommens. Danach darf ein Staat Angehörige einer ausländischen Vertretung jederzeit und ohne nähere Begründung zu unerwünschten Personen erklären. Der Entsendestaat muss die betreffenden Personen dann abberufen oder ihre Tätigkeit an der Mission beenden.
Teheran hält sein Vorgehen gegen die französischen Diplomaten hingegen für rechtmäßig. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums erklärte am 23. August, die Betroffenen hätten sich unzulässig in innere Angelegenheiten eingemischt. Frankreichs Reaktion sei nicht hinnehmbar und verstoße ihrerseits gegen internationale Regeln. Damit stehen sich zwei grundsätzlich verschiedene Darstellungen gegenüber: Paris beruft sich auf den Schutz diplomatischen Personals, Teheran auf die Pflicht von Diplomaten, sich nicht in innere Angelegenheiten einzumischen.
Die Ausweisungen verschärfen die bereits belasteten Beziehungen zwischen beiden Staaten. Frankreich hatte nach dem Vorfall im Juli vor erhöhten Gefahren für sein diplomatisches Personal und französische Staatsangehörige im Iran gewarnt. Die Botschaften bleiben trotz der gegenseitigen Maßnahmen geöffnet. Beide Regierungen beschränken ihre Reaktion bislang auf einzelne Mitarbeiter der jeweiligen Vertretung und halten damit die formalen diplomatischen Kanäle aufrecht.
Quellen
- Franceinfo: Reaktion Irans auf die französische Ausweisungsentscheidung
- France Diplomatie: Ausweisung zweier Mitarbeiter der iranischen Botschaft
- France Diplomatie: Erklärung von Jean-Noël Barrot vom 19. August 2026
- Associated Press: französisch-iranischer Diplomatenstreit
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).