Paris – 25.08.2026: Die Präsidentschaftskandidatur von Raphaël Glucksmann lässt den strategischen Konflikt bei Les Écologistes offen zutage treten. Der Ko-Vorsitzende von Place publique erklärte am Sonntag, dem 23. August, dass er bei der Wahl 2027 antreten wolle. Im Herbst will er sich an der gemeinsamen Vorwahl seiner Bewegung und des Parti socialiste beteiligen. Ein Bündnis mit Jean-Luc Mélenchon schließt er aus.
Yannick Jadot, Senator von Paris und früherer Präsidentschaftskandidat der Grünen, stellte sich am Montag hinter Glucksmann. Er unterstütze ihn ohne Zögern und mit Begeisterung, sagte Jadot. Der Sozialdemokrat erhält damit Rückhalt von einem prominenten Vertreter der ökologischen Partei, obwohl deren nationale Führung bislang keine Entscheidung zugunsten eines Bewerbers oder einer anderen politischen Kraft getroffen hat.
Sandrine Rousseau vertritt den entgegengesetzten Kurs. Die Abgeordnete will innerhalb von Les Écologistes eine Abstimmung über Gespräche und ein mögliches Bündnis mit La France insoumise herbeiführen. Ihre politische Priorität liegt somit bei einer Verständigung mit Mélenchons Bewegung. Eine Unterstützung Glucksmanns lehnt sie entschieden ab.
Hinter dem Streit um Personen stehen zwei kaum miteinander vereinbare Strategien. Glucksmann setzt auf eine sozialdemokratische und proeuropäische Linke, die sich deutlich von Mélenchons Kurs abgrenzt. Seine Kandidatur ist mit der Vorwahl von Place publique und Parti socialiste verknüpft. Mélenchon beansprucht hingegen, die radikale Linke mit einem eigenständigen Angebot in die Präsidentschaftswahl zu führen. Eine einheitliche Kandidatur des linken Lagers rückt damit in weitere Ferne.
Les Écologistes haben ihre Position bislang bewusst offengehalten. Der politische Vorstand der Partei erklärte im Juni, zunächst eine gemeinsame Kandidatur der Linken und der Ökologisten anzustreben. Sollte diese Verständigung scheitern, soll die nationale Parteisekretärin Marine Tondelier selbst für die Grünen in den Präsidentschaftswahlkampf ziehen. Sie beteiligt sich bereits an den politischen Debatten über die Wahl.
Für den 11. Oktober 2026 ist eine offene Abstimmung über eine gemeinsame Kandidatur der Linken und der Ökologisten vorgesehen. Das Verfahren beseitigt jedoch weder die konkurrierenden Ambitionen noch die programmatischen Gegensätze. Glucksmanns Ausschluss eines Abkommens mit Mélenchon und Rousseaus Werben für Verhandlungen mit La France insoumise markieren unvereinbare Ausgangspositionen innerhalb der ökologischen Partei.
Jadots Wortmeldung verleiht dem Konflikt zusätzliches Gewicht. Er gewann 2021 die grüne Vorwahl und trat 2022 bei der Präsidentschaftswahl an. Seine Unterstützung für Glucksmann widerspricht einer Parteistrategie, die weiterhin auf Tondelier und die Suche nach einer gemeinsamen Kandidatur setzt. Eine verbindliche Entscheidung der Grünen soll erst mit der Abstimmung am 11. Oktober fallen.
Quellen
- Franceinfo
- TF1 Info
- Le Monde
- Les Écologistes
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).