International

Französischer Fremdenlegionär in Kolumbien entführt

Der französisch-kolumbianische Fremdenlegionär José Olger Melo Charry ist im Südwesten Kolumbiens verschleppt worden. Der Unteroffizier wird seit dem 6. August vermisst; nun machte die kolumbianische Armee den Fall öffentlich.

Bogotá – 28.08.2026: Im Südwesten Kolumbiens ist der französisch-kolumbianische Soldat José Olger Melo Charry entführt worden. Der Unteroffizier der französischen Fremdenlegion soll bereits am 6. August im Département Nariño von Bewaffneten verschleppt worden sein. Nach Angaben der kolumbianischen Armee hielt er sich während eines Heimaturlaubs in seinem Herkunftsland auf. Wo er gefangen gehalten wird, ist unbekannt.

Melo Charry stammt aus Pasto, der Hauptstadt Nariños, und dient seit vier Jahren in den französischen Streitkräften. Oberst Mauricio Osorio, Leiter einer auf Entführungsfälle spezialisierten Einheit der 23. Brigade, sagte dem Radiosender Blu Radio, der Soldat sei Anfang August in Pasto angekommen. Wenig später sei der Kontakt zu ihm abgebrochen.

Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen wurde Melo Charry auf einer Straße im ländlichen Norden des Départements angehalten. Kolumbianische Medien berichten von einer illegalen Straßensperre nahe der Gemeinde Cumbitara. Dort sollen Bewaffnete seine Zugehörigkeit zur französischen Fremdenlegion festgestellt und ihn anschließend verschleppt haben. Die Behörden haben diesen Ablauf bislang nicht abschließend bestätigt.

Als mögliche Täter gelten Dissidenten der früheren Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens, kurz Farc. Dabei handelt es sich um bewaffnete Gruppen, die das Friedensabkommen von 2016 ablehnten oder später erneut zu den Waffen griffen. Ermittler bringen die Entführung nach Medienberichten mit der Struktur Franco Benavides in Verbindung, die in Teilen Nariños aktiv sein soll. Ein belastbarer Nachweis für ihre Verantwortung liegt bislang nicht vor.

Militärische Einheiten, Ermittler und Nachrichtendienste sammeln nach Angaben der Armee Informationen zum möglichen Aufenthaltsort des Entführten. Ob die mutmaßlichen Entführer Kontakt zu den Behörden oder zur Familie aufgenommen und Forderungen gestellt haben, ist öffentlich nicht bekannt. Auch zum Gesundheitszustand Melo Charrys gibt es keine gesicherten Angaben.

Nariño liegt an der Grenze zu Ecuador und zählt zu den besonders umkämpften Regionen Kolumbiens. Bewaffnete Gruppen und kriminelle Netzwerke konkurrieren dort um territoriale Kontrolle, Verkehrswege und Einnahmen aus dem Drogenhandel. Das französische Außenministerium warnt für zahlreiche ländliche Gebiete Kolumbiens vor illegalen bewaffneten Akteuren und Entführungsgefahr. Als besonders riskant gelten abgelegene Straßen außerhalb größerer Städte.

Der Fall betrifft einen aktiven Angehörigen des französischen Heeres. Eine öffentliche Stellungnahme des französischen Verteidigungsministeriums zu den Umständen der Entführung lag zunächst nicht vor. Mit ihrer Mitteilung vom 28. August machte die kolumbianische Armee das Verschwinden mehr als drei Wochen nach dem mutmaßlichen Übergriff öffentlich.

Quellen

  • Franceinfo
  • Kolumbianische Armee über Blu Radio
  • Caracol Radio
  • France Diplomatie
  • AFP über Le Parisien

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels

Geräteansicht