Paris – 01.09.2026: Französische Sparer haben im Juli 18,8 Milliarden Euro in Lebensversicherungen eingezahlt. Nach Angaben des Branchenverbands France Assureurs übertraf das Volumen den bisherigen Höchststand für einen Juli aus dem Jahr 2025 um 100 Millionen Euro. Die Summe umfasst sämtliche Beiträge und darf deshalb nicht mit dem tatsächlichen Mittelzufluss nach Auszahlungen gleichgesetzt werden.
Die Versicherer zahlten im selben Monat 14,1 Milliarden Euro an Versicherte und Begünstigte aus, etwa für Vertragsrückkäufe, Rentenleistungen oder Todesfallkapital. Unter dem Strich ergab sich damit ein Nettozufluss von 4,7 Milliarden Euro. Dieser lag zwar 400 Millionen Euro unter dem Ergebnis vom Juli 2025, belegt aber weiterhin eine hohe Nachfrage nach dieser Form der langfristigen Geldanlage.
Dazu trägt nach Darstellung von Franceinfo auch das von internationalen wirtschaftlichen Spannungen und innenpolitischer Unsicherheit geprägte Umfeld bei. Viele Haushalte hielten sich mit Konsumausgaben zurück und stärkten ihre Rücklagen. Lebensversicherungen nehmen dabei in Frankreich eine besondere Stellung ein: Sie dienen dem langfristigen Vermögensaufbau, der Altersvorsorge und häufig auch der Vorbereitung einer späteren Vermögensübertragung.
Auffällig ist die Verteilung der neuen Beiträge. Die Einzahlungen in fondsgebundene Verträge, deren Wertentwicklung von den Kapitalmärkten abhängt und bei denen die Versicherten das Anlagerisiko tragen, stiegen im Juli um fünf Prozent. Bei klassischen Eurofonds mit Kapitalgarantie gingen sie dagegen um zwei Prozent zurück. Fondsgebundene Anlagen machten 42 Prozent der Monatsbeiträge aus.
Noch deutlicher war ihr Gewicht beim Nettozufluss: Auf fondsgebundene Verträge entfielen 3,8 Milliarden Euro, auf Eurofonds 900 Millionen Euro. Seit Jahresbeginn sammelten die fondsgebundenen Angebote netto 31,3 Milliarden Euro ein; Eurofonds kamen auf zehn Milliarden Euro. Die Zahlen sprechen für eine größere Bereitschaft, zugunsten langfristiger Ertragschancen Schwankungen an den Finanzmärkten hinzunehmen. Zugleich fließt weiterhin neues Geld in die sicherheitsorientierten Eurofonds.
Der Gesamtbestand der französischen Lebensversicherungsverträge belief sich Ende Juli auf 2.174 Milliarden Euro. Das waren 128 Milliarden Euro oder 6,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Damit bleiben Lebensversicherungen ein zentrales Instrument der privaten Vermögensbildung und zugleich eine wichtige Finanzierungsquelle für Unternehmen und öffentliche Schuldner.
Der Rekord bezieht sich ausdrücklich auf die Bruttoeinzahlungen in einem Juli, nicht auf den höchsten Monatswert der gesamten Statistik. Im Februar 2026 waren mit 19,5 Milliarden Euro noch höhere Beiträge eingegangen. Die Juli-Zahlen belegen jedoch, dass das hohe Einzahlungsniveau auch in der gewöhnlich ruhigeren Sommerzeit anhielt.
Quellen
- Franceinfo, Meldung vom 1. September 2026
- France Assureurs, Pressemitteilung vom 31. August 2026
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).