Wirtschaft

Frankreichs Mode-Malus verschärft den Handelsstreit mit China

Frankreich verteuert seit dem 1. September besonders schnell produzierte Billigmode. Heimische Jeanshersteller hoffen auf bessere Wettbewerbschancen, Peking droht mit Gegenmaßnahmen.

Paris – 04.09.2026: Frankreichs neuer Malus auf Artikel der Ultra-Schnellmode gilt seit dem 1. September und verschärft den wirtschaftspolitischen Konflikt mit China. Die Abgabe trifft Unternehmen, deren Geschäftsmodell auf riesigen, rasch wechselnden Kollektionen und äußerst niedrigen Verkaufspreisen beruht. Peking verlangt die Rücknahme der Regelung und stellt Handelsmaßnahmen in Aussicht.

Die französische Abgabe soll den Preisvorteil jener Plattformen verringern, die Kleidung in enormen Stückzahlen anbieten. Im Jahr 2026 beträgt der Malus je nach Produktkategorie zwischen 25 Cent und zwölf Euro. Für Jeans sind nach den veröffentlichten Vorgaben neun Euro vorgesehen. Bis 2030 können die Zuschläge deutlich steigen; begrenzt bleiben sie jedoch auf die Hälfte des Verkaufspreises ohne Mehrwertsteuer.

Französische Hersteller erhoffen sich davon bessere Wettbewerbsbedingungen. Franceinfo berichtet über Unternehmen, die in Frankreich gefertigte Jeans für 35 Euro verkaufen und damit der besonders billigen Importware Konkurrenz machen wollen. Der Preis belegt, dass heimische Produktion nicht zwangsläufig dem hochpreisigen Markt vorbehalten ist. Dauerhaft höhere Verkaufszahlen sind damit allerdings nicht garantiert: Sie hängen ebenso von Produktionskosten, Vertriebswegen und der Nachfrage ab.

Das Gesetz richtet sich weder pauschal gegen preiswerte Kleidung noch gegen sämtliche ausländischen Marken. Ausschlaggebend sind unter anderem die Zahl der angebotenen Modelle und das Verhältnis zwischen Verkaufspreis und Reparaturkosten. Erfasst werden sollen Geschäftsmodelle, bei denen eine Reparatur wirtschaftlich kaum sinnvoll erscheint und neue Kollektionen in sehr kurzen Abständen auf den Markt kommen. Herkömmliche Modeketten im unteren Preissegment fallen damit nicht automatisch unter die Regelung.

Neben industriepolitischen Zielen verfolgt Frankreich einen ökologischen Zweck. Die Textilbranche belastet die Umwelt durch Rohstoffverbrauch, Produktion, Transport und große Abfallmengen. Erhoben wird der Malus im Rahmen der erweiterten Herstellerverantwortung. Die Einnahmen sollen Wiederverwendung, Reparaturen und den Umbau zu einer stärker kreislauforientierten Textilwirtschaft fördern. Außerdem schränkt das Gesetz die Werbung betroffener Anbieter von Ultra-Schnellmode ein.

China bezeichnet die Maßnahme als diskriminierend und handelsbeschränkend. Nach französischer Darstellung gelten objektive Kriterien, in der Praxis dürften sie jedoch vor allem große außereuropäische Onlineplattformen treffen. Paris weist den Diskriminierungsvorwurf zurück. Konkrete Gegenmaßnahmen hat Peking bislang nicht benannt.

Der Konflikt berührt damit zwei Kernfragen französischer Wirtschaftspolitik: den Schutz heimischer Produktion und die Verbindung von Industrie- und Umweltpolitik. Der Malus kann den Preisabstand zwischen französischen Jeans und extrem billiger Importware verkleinern, ersetzt aber keine Investitionen in Fertigung und Vertrieb. Für Jeans beträgt der Zuschlag im ersten Anwendungsjahr neun Euro.

Quellen

  • Franceinfo
  • Service Public Entreprendre
  • Französisches Ministerium für ökologischen Wandel
  • Agence France-Presse
  • Vie publique

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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