Politik & Gesellschaft

Frankreich will Parcoursup 2028 ersetzen

Die französische Regierung kündigt eine grundlegende Reform des Hochschulzugangs an. Schüler- und Studierendenvertretungen verlangen jedoch deutlich mehr Studienplätze und verbindliche Zusagen.

Paris – 27.10.2026: Die französische Regierung will die Hochschulzulassungsplattform Parcoursup 2028 durch ein neues Verfahren ersetzen. Nach Gesprächen von Premierminister Sébastien Lecornu mit Schüler-, Studierenden- und Lehrervertretungen am Montag in Matignon kündigte Hochschulminister Philippe Baptiste zunächst eine umfassende Überarbeitung für das Zulassungsverfahren 2027 an. Damit reagiert die Regierung auf die seit Wochen anhaltenden Proteste gegen Auswahlverfahren, fehlende Studienplätze und schlechte Lernbedingungen.

Für 2027 stellt die Regierung mehr Transparenz im bestehenden System in Aussicht. Hochschulen sollen ihre Auswahlkriterien ausführlicher veröffentlichen. Bewerberinnen und Bewerber sollen verständlichere Angaben zu Absagen erhalten und auf Nachfrage erfahren können, aus welchen Gründen sie abgelehnt wurden. Ein Reformkomitee mit Schülern und Lehrkräften soll bis Ende November erste Vorschläge für das Nachfolgesystem vorlegen. Falls nötig, will die Regierung die gesetzlichen Grundlagen im Parlament ändern.

Das Bildungsministerium verbindet die Reform mit zusätzlichen Kapazitäten. Zwischen 2027 und 2028 sollen landesweit 15.000 Studienplätze entstehen, vor allem in stark nachgefragten beruflichen und technischen Studiengängen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Region Île-de-France, wo die Engpässe insbesondere bei zweijährigen Technik- und Berufsausbildungen groß sind. Zudem sollen die Studienstipendien zu Beginn des Studienjahres 2027 an die Inflation angepasst und die Einkommensgrenzen überarbeitet werden.

Das Maßnahmenpaket umfasst auch Zusagen für die Schulen. Vom Schuljahr 2027 an sollen die Seconde-Klassen, die erste Stufe des französischen Gymnasiums, an der Hälfte der sozial am stärksten benachteiligten Schulen höchstens 28 Schülerinnen und Schüler umfassen. Für 2028 ist eine Ausweitung vorgesehen. Geplante Stellenkürzungen im Sekundarbereich sollen entfallen; darüber hinaus sind 500 zusätzliche Lehrerstellen angekündigt. Die Regionen sollen bis 2030 günstige Darlehen von insgesamt bis zu vier Milliarden Euro für die Sanierung von Schulgebäuden erhalten.

Die Jugendorganisationen reagierten dennoch zurückhaltend. Ihre Vertreter erklärten nach dem Treffen, die Regierung habe lediglich einen Teil ihrer Forderungen aufgegriffen. Besonders groß ist die Differenz bei den Studienplätzen: Den angekündigten 15.000 zusätzlichen Plätzen steht die Forderung der Organisationen nach 250.000 gegenüber. Auch ausführlichere Begründungen für Ablehnungen gelten ihnen nicht als Ersatz für eine grundsätzliche Änderung der Zulassungslogik.

Wie Parcoursup konkret abgelöst werden soll, ist noch offen. Weder der Name noch die Funktionsweise des künftigen Verfahrens stehen fest. Am 28. Oktober 2026 soll die Nationalversammlung über die Zukunft der Studienorientierung beraten. Die Jugendvertretungen halten unterdessen an ihrem Aufruf zu weiteren Protesten am 31. Oktober fest.

Quellen

  • Franceinfo
  • Französisches Ministerium für Hochschulbildung und Forschung
  • Associated Press
  • Public Sénat

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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