Wirtschaft

Frankreich plant Soforthilfen für dürregeschädigte Höfe

Nach einem Sommer mit extremer Hitze, Dürre und Bränden will Frankreichs Regierung landwirtschaftliche Betriebe rasch stützen. Das Paket soll durch Sperren und Kürzungen im laufenden Staatshaushalt finanziert werden.

Paris – 04.09.2026: Frankreichs Regierung will an diesem Freitag ein Hilfspaket für landwirtschaftliche Betriebe vorlegen, die unter Hitze, Dürre und Waldbränden leiden. Die Vorstellung war zunächst für den 3. September geplant, wurde aber wegen weiterer Abstimmungen verschoben. Premierminister Sébastien Lecornu drängt nach Angaben aus Regierungskreisen auf Einsparungen im Haushalt 2026, damit die Soforthilfen zügig finanziert werden können.

Lecornu beriet am Donnerstag im Amtssitz des Premierministers mit Landwirtschaftsministerin Annie Genevard, Wirtschaftsminister Roland Lescure und Haushaltsminister David Amiel über die Finanzierung. Vorgesehen sind Ausgabensperren und die Streichung bereits eingeplanter Staatsausgaben. Nach Darstellung der Regierung können die betroffenen Betriebe nicht warten, bis das Parlament über den Haushalt für 2027 berät. Lecornu hatte die Landwirtschaft zuvor zum vordringlichen Dossier des politischen Herbstes erklärt.

Das Programm soll kurzfristig Liquidität sichern, einen Teil der Sozialbeiträge abdecken und Verwaltungsverfahren vereinfachen. Ausnahmen sind für Betriebe vorgesehen, die bestimmte Vorgaben wegen ausgetrockneter Böden oder ausgefallener Aussaaten nicht erfüllen konnten. Weitere Maßnahmen sollen besonders schwer getroffenen Höfen die Wiederaufnahme der Produktion ermöglichen. Für 2027 kündigte die Regierung ein zweites Programm zur wirtschaftlichen Erholung der Branche an.

Die Folgen des Sommers sind in weiten Teilen Frankreichs spürbar. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums waren 98 Départements von Dürre betroffen; in 57 galten besonders strenge Beschränkungen für die Wassernutzung. Vertrocknete Weiden erschwerten vor allem die Versorgung der Tierbestände mit Futter. Ernteausfälle und zusätzliche Betriebskosten belasteten zugleich die Finanzen vieler Höfe. Das Ministerium aktivierte eine nationale Koordinierungsstelle und wies die Präfekturen an, örtliche Krisenstäbe einzurichten.

Der Handlungsdruck ist auch deshalb groß, weil landwirtschaftliche Entscheidungen an feste Zeitfenster gebunden sind. Die Fédération nationale des syndicats d'exploitants agricoles verweist darauf, dass die Weizenaussaat in Frankreich zwischen dem 20. und 25. September beginnt. Über Saatgut und Futterkäufe müsse deshalb umgehend entschieden werden. Auch die Jeunes Agriculteurs warnten vor weiteren Verzögerungen. Die Confédération paysanne verlangt direkte Hilfen für alle gefährdeten Höfe, die Coordination rurale eine vollständige Entschädigung der Verluste.

Die Regierung verbindet die akute Hilfe mit einer längerfristigen Finanzierung über den Haushaltsentwurf für 2027. Zugleich hat das Landwirtschaftsministerium die Europäische Kommission um Spielraum bei den Regeln der Gemeinsamen Agrarpolitik gebeten. Betriebe sollen keine Fördermittel verlieren, wenn sie Auflagen infolge der klimatischen Schäden nicht erfüllen können. Die Präfekturen sollen nun erfassen, wo Liquiditätsengpässe, Futtermangel und Produktionsausfälle besonders schwer wiegen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Ernährungssouveränität
  • Agra Fil
  • AFP über Boursorama
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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