Frankreich – 29.08.2026: Die anhaltende Dürre verschärft die Sorge französischer Viehhalter vor dem Winter. Weil auf vielen Weiden kaum noch Gras nachwächst, reichen die betriebseigenen Futtervorräte vielfach nicht aus. Heu wird knapp und teurer. Landwirte müssen früher als üblich zukaufen oder bereits eingelagerte Mengen verfüttern, die für die kalte Jahreszeit bestimmt waren.
Besonders betroffen sind Rinder-, Schaf- und Ziegenhalter, deren Tiere auf Gras und konserviertes Raufutter angewiesen sind. Trocknen die Weiden aus, fällt eine zentrale und vergleichsweise günstige Futterquelle weg. Zusätzliche Heulieferungen verursachen Kosten für Einkauf und Transport. Bei kleineren Höfen kann dies die Liquidität belasten, noch bevor die reguläre Winterfütterung beginnt. Franceinfo berichtet von wachsender Unruhe unter den Züchtern angesichts der steigenden Preise.
Amtliche Agrardaten dokumentieren die außergewöhnlich schwache Entwicklung des Dauergrünlands. Bis zum 10. August lag der seit Jahresbeginn gemessene Grasaufwuchs landesweit rund ein Drittel unter dem Mittel der Jahre 1989 bis 2018. Nach Angaben des Statistikdienstes Agreste kam das Wachstum seit Ende Mai nahezu zum Stillstand. Der Futtermangel beschränkt sich demnach nicht auf einzelne Landstriche, sondern betrifft inzwischen fast alle Regionen Frankreichs.
Ursache ist eine lange Phase mit hohen Temperaturen und geringen Niederschlägen. Météo-France bezifferte die landesweite Durchschnittstemperatur im Juli 2026 auf 24,9 Grad Celsius. Damit war es der heißeste Juli seit Beginn der Messreihe im Jahr 1900. Gleichzeitig fiel im Monatsmittel fast 70 Prozent weniger Regen als üblich. Die oberflächennahen Böden waren bereits Ende Juli ähnlich trocken wie bei den bisherigen Tiefstständen.
Das Landwirtschaftsministerium erklärte Anfang August, 98 Départements seien von der Trockenheit betroffen; in 57 galten besonders strenge Beschränkungen für die Wassernutzung. Die Behörde verwies auf verdorrte Wiesen, fehlendes Futter und schwindende finanzielle Reserven vieler Betriebe. Sie stellte Unterstützungsmaßnahmen sowie Einzelfallprüfungen in Aussicht, damit vorhandene Spielräume vor Ort genutzt werden können.
Die Folgen des Sommers reichen voraussichtlich weit in die Wintersaison hinein. Heu lässt sich nicht kurzfristig in beliebiger Menge beschaffen: Das Angebot hängt von Ernteerträgen, Lagerbeständen und verfügbaren Transportkapazitäten ab. Betriebe können versuchen, Futter aus weniger stark betroffenen Gebieten zu beziehen, müssen dann aber zusätzliche Frachtkosten tragen. Bleiben die Heupreise hoch, steigen die Produktionskosten in der Tierhaltung weiter. Die amtliche Graswachstumsbilanz vom 18. August verzeichnete noch keine Erholung der Wiesen.
Quellen
- Franceinfo, Bericht vom 29. August 2026
- Französisches Landwirtschaftsministerium, Mitteilung vom 5. August 2026
- Agreste, Graswachstumsbilanz vom 18. August 2026
- Météo-France, Dürreanalyse und Klimabilanz vom August 2026
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).