Marseille – 26.08.2026: Nach einer Auseinandersetzung in einem Wohnhaus in Marseille haben drei Polizeibeamte Anzeige gegen den Abgeordneten Sébastien Delogu von La France insoumise (LFI) erstattet. Sie werfen ihm vor, sie während eines Einsatzes beleidigt zu haben. Die Staatsanwaltschaft von Marseille bestätigte den Eingang der Anzeigen. Über den genauen Ablauf des Streits gehen die Darstellungen auseinander; ob eine Straftat vorliegt, müssen die Ermittlungen klären.
Zu der Konfrontation kam es am Montag, dem 24. August, im 2. Arrondissement der südfranzösischen Hafenstadt. Die drei Polizisten waren wegen des Verdachts auf den Diebstahl einer wertvollen Armbanduhr im Einsatz. Der Verdächtige sollte sich Medienberichten zufolge in jenem Gebäude aufhalten, in dem auch Delogu wohnt. Der Abgeordnete war demnach nicht der ursprüngliche Adressat des Polizeieinsatzes.
Nach Darstellung der Beamten entwickelte sich im Eingangsbereich des Hauses ein heftiger Wortwechsel. Alle drei erstatteten anschließend Anzeige wegen des Verdachts der Beleidigung von Amtsträgern. Die Staatsanwaltschaft leitete nach Angaben von Franceinfo ein beschleunigtes Ermittlungsverfahren ein. Die Anzeigen sind weder mit einer Anklage noch mit einer gerichtlichen Feststellung gleichzusetzen.
Delogu weist die Vorwürfe zurück. Nach Angaben seines Anwalts geriet er lediglich mit einem der drei Beamten aneinander. Der Parlamentarier erstattete seinerseits Anzeige wegen mutmaßlicher vorsätzlicher Gewalt. Zu möglichen Verletzungen oder ärztlichen Befunden lagen zunächst keine belastbaren Angaben vor. Damit stehen einander zwei Versionen gegenüber, die nun von den Ermittlern überprüft werden müssen.
Für die Rekonstruktion des Geschehens dürften die Aussagen der Beteiligten sowie mögliche Aufnahmen aus dem Gebäude von Bedeutung sein. Zu klären ist unter anderem, welche Worte gefallen sind, wie der Streit begann und ob es zu körperlicher Gewalt kam. Die Unschuldsvermutung gilt für sämtliche Beteiligten.
Innenminister Laurent Nuñez stellte sich am Mittwoch öffentlich hinter die Polizisten. Diese politische Rückendeckung ändert nichts an der Zuständigkeit der Justiz. Die Ermittlungen werden von der Staatsanwaltschaft Marseille geführt; eine Vorladung Delogus oder andere Verfahrensschritte waren bis Mittwochnachmittag nicht bekannt.
Der Vorfall berührt auch Delogus politische Stellung. Als Abgeordneter besitzt er parlamentarische Immunität, die jedoch keinen pauschalen Schutz vor strafrechtlichen Ermittlungen bietet. Ob weitere förmliche Schritte notwendig werden, hängt von der rechtlichen Bewertung und dem Fortgang des Verfahrens ab. Gegenstand der laufenden Prüfung bleiben die drei Anzeigen der Beamten wegen mutmaßlicher Beleidigung sowie Delogus Anzeige wegen mutmaßlicher Gewalt.
Quellen
- Franceinfo
- BFMTV
- Europe 1
- Linternaute
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).