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Christophe Gomart fordert eine handlungsfähige europäische Verteidigung

Der französische Europaabgeordnete Christophe Gomart wirbt für eine stärkere europäische Verteidigung. Gemeinsame Beschaffung und abgestimmte Planung sollen Europas militärische Handlungsfähigkeit erhöhen.

Paris – 02.09.2026: Der französische Europaabgeordnete Christophe Gomart hat am Mittwoch bei Franceinfo für eine handlungsfähigere europäische Verteidigung geworben. Der ehemalige General und frühere Leiter des französischen Militärnachrichtendienstes gehört Les Républicains an. Im Europäischen Parlament ist er stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Sicherheit und Verteidigung und Mitglied des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten.

Die Debatte zielt nicht auf eine einheitliche europäische Armee, die an die Stelle der nationalen Streitkräfte tritt. Es geht vielmehr um die Fähigkeit der Mitgliedstaaten, militärische Mittel gemeinsam zu planen, schneller zu beschaffen und in einer Krise abgestimmt einzusetzen. Entscheidungen über Auslandseinsätze und andere zentrale Fragen der Souveränität blieben dabei Sache der jeweiligen Regierungen.

Gomart befürwortet seit Längerem eine größere strategische Eigenständigkeit Europas. In früheren Stellungnahmen verlangte er eine Sicherheits- und Verteidigungsstruktur, die europäische Interessen auch dann schützen kann, wenn eine Unterstützung durch die Vereinigten Staaten nicht verlässlich erscheint. Diesen Anspruch verbindet er mit dem Erhalt französischer Fähigkeiten und Entscheidungsrechte.

Die Europäische Union hat ihre Verteidigungsplanung seit 2025 deutlich ausgeweitet. Das Weißbuch zur europäischen Verteidigungsbereitschaft bis 2030 nennt Luft- und Raketenabwehr, Artillerie, Munition, Drohnenabwehr, militärische Mobilität, Cyberabwehr, künstliche Intelligenz und elektronische Kampfführung als vorrangige Bereiche. Die Union reagiert damit auf militärische Fähigkeitslücken und auf die Folgen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine.

Ein wesentlicher Hebel ist die gemeinsame Nachfrage nach Rüstungsgütern. Bündeln mehrere Staaten ihre technischen Anforderungen und bestellen größere Mengen, erhalten Hersteller mehr Planungssicherheit und können ihre Kapazitäten leichter ausbauen. Zugleich sollen grenzüberschreitende Lieferketten vereinfacht werden. Dazu gehören Genehmigungen für den Transfer von Verteidigungsgütern innerhalb der Union und die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen verschiedener Mitgliedstaaten.

Mit dem Finanzierungsinstrument SAFE will die Europäische Union gemeinsame Beschaffungen erleichtern und die europäische Verteidigungsindustrie stärken. Der Europäische Rat fordert zudem, die Rolle der Europäischen Verteidigungsagentur bei der Entwicklung militärischer Fähigkeiten, in der Forschung und bei Beschaffungen auszubauen. Die Zusammenarbeit soll mit der Nordatlantikvertrags-Organisation abgestimmt bleiben.

Für Frankreich ist diese Debatte besonders sensibel. Das Land verfügt über Atomstreitkräfte, eine eigene Rüstungsindustrie und weitreichende militärische Fähigkeiten. Eine engere europäische Verteidigung müsste gemeinsame Projekte ermöglichen, ohne die nationale Befehlsgewalt aufzulösen. Die bisherigen Vorhaben setzen deshalb vor allem bei gemeinsamer Finanzierung, abgestimmter Beschaffung und der schnelleren Verlegung von Truppen und Material innerhalb Europas an.

Quellen

  • Franceinfo: Interview mit Christophe Gomart vom 02.09.2026
  • Europäisches Parlament: Profil von Christophe Gomart
  • Rat der Europäischen Union: Europäische Verteidigungsbereitschaft bis 2030

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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