Die Folgen der Gewalt vom 17. Oktober bestimmen weiter den politischen und praktischen Alltag. In mehreren Städten galten begrenzte nächtliche Ausgangssperren, teils nur für Minderjährige und nur in einzelnen Vierteln; in Paris betrafen sie unter anderem die Umgebung der Place de la République und des Halles. Parallel wurden Versammlungen in besonders sensiblen Zonen untersagt. Die Regierung verweist darauf, dass Präfekten und Bürgermeister die Maßnahmen jeweils örtlich festlegen.
Der Blick richtet sich bereits auf Samstag, den 24. Oktober. Innenminister Laurent Nuñez sagte Marseille zusätzliche Sicherheitskräfte zu, während die Behörden ein großes Aufgebot für die angekündigten Demonstrationen vorbereiten. Die Justiz arbeitet zugleich die Festnahmen ab: In Paris, Lyon und Marseille wurden Verfahren im Schnellverfahren angesetzt. Le Monde berichtet von zahlreichen Verurteilungen auf Bewährung, die häufig unter den Anträgen der Staatsanwaltschaft lagen.
Auch außerhalb der Metropolen sind die Folgen sichtbar. In Nantes verlangen Händler vor dem Wochenende Schutzvorkehrungen; im Westen mobilisieren Studierende erneut, etwa in Le Mans, Angers, Caen und Nantes. Die regionale Lage ist damit zweigeteilt: Proteste gegen soziale und bildungspolitische Anliegen gehen weiter, während Kommunen und Sicherheitsbehörden versuchen, Wiederholungen der Ausschreitungen zu verhindern.