Frankreich erweitert sein bisher vor allem aus Collèges bekanntes Handyverbot nun auf die Lycées. Das am 25. August veröffentlichte Gesetz untersagt Schülerinnen und Schülern die Nutzung von Mobiltelefonen und anderen vernetzten Geräten während der Schulzeit; die Regel soll bereits mit Beginn des Schuljahres 2026/27 gelten. Der ursprünglich weitergehende Teil des Gesetzes, der den Zugang zu sozialen Netzwerken für Unter-15-Jährige begrenzen sollte, war zuvor vom Conseil constitutionnel verworfen worden.
Damit verlagert sich die Debatte von der politischen Ankündigung in die Schulhäuser. Die jeweiligen Hausordnungen müssen bestimmen, wie Geräte verwahrt werden, wann pädagogische Nutzung zulässig bleibt und wie digitale Abläufe etwa in Kantine, Internat oder Dokumentationszentrum funktionieren. Möglich sind auch besondere Regeln für volljährige Studierende in Lycées mit Hochschulangeboten. Für Lehrkräfte und Schulleitungen ist der Beschluss deshalb weniger ein symbolischer Kulturkampf als eine kurzfristige Organisationsaufgabe - in einer Woche beginnt die rentrée.