Paris – 01.09.2026: Rund 1,5 Millionen Aufzugsstörungen werden in Frankreich jedes Jahr registriert. Eine am Dienstag veröffentlichte Recherche von franceinfo beschreibt, welche Folgen der alternde Anlagenbestand für Bewohner und Eigentümergemeinschaften hat: Reparaturen ziehen sich teils hin, Rechnungen sind für Laien schwer zu prüfen, und der Markt wird von vier großen Konzernen geprägt.
Die Branche hat beträchtliches wirtschaftliches Gewicht. Nach Angaben der Fédération des Ascenseurs gibt es in Frankreich 661.000 Aufzüge; 2025 erzielten die Unternehmen einen Umsatz von 2,83 Milliarden Euro. 40 Prozent der Anlagen sind älter als 25 Jahre, ein Viertel sogar älter als 40 Jahre. Mit dem Alter steigen gewöhnlich Wartungsbedarf und Reparaturaufwand. Zugleich können Ersatzteile für ältere Modelle schwieriger zu beschaffen sein.
Franceinfo dokumentiert Beschwerden über lange Ausfallzeiten und hohe Kosten. Einzelne Eigentümergemeinschaften äußern den Verdacht, Ersatzteile oder Arbeiten könnten überteuert abgerechnet werden. Einen Beleg für rechtswidrige Abrechnungen in konkreten Fällen liefert die Recherche jedoch nicht. Das grundlegende Problem liegt in der ungleichen Informationslage: Hausverwaltungen und Eigentümer müssen technische Angebote bewerten, während sie wegen des stillstehenden Aufzugs häufig unter erheblichem Zeitdruck stehen.
Für Bewohner kann schon ein kurzer Ausfall den Alltag empfindlich treffen. Besonders abhängig von einem funktionierenden Aufzug sind ältere Menschen, Personen mit Behinderung, Familien mit kleinen Kindern und Bewohner hoher Etagen. Dauert die Reparatur mehrere Tage, wird aus einem technischen Defekt rasch eine Frage der Zugänglichkeit des eigenen Zuhauses. Für Eigentümer kommen mögliche Sonderausgaben hinzu, über die eine Gemeinschaft beraten und entscheiden muss.
Wartung und Sicherheit unterliegen verbindlichen Regeln. Der Verwalter einer Eigentümergemeinschaft muss einen Wartungsvertrag mit einem Fachbetrieb abschließen. Vorgesehen sind regelmäßige Kontrollen etwa von Türen, Notrufsystemen, Seilen und weiteren Sicherheitseinrichtungen. Zudem ist grundsätzlich alle fünf Jahre eine unabhängige technische Prüfung erforderlich. Sie soll Mängel erfassen, die den sicheren Betrieb beeinträchtigen können.
Auch die Dokumentation ist vorgeschrieben. Im Wartungsbuch müssen Besuche, Arbeiten und Eingriffe festgehalten werden. Zu den vertraglich vorgesehenen Leistungen gehören bei Störungen die Befreiung eingeschlossener Personen und die Beseitigung des Defekts. Bewohner und Eigentümer können im Eilverfahren vor dem zuständigen Gericht verlangen, dass Wartungs- und Sicherheitsvorgaben eingehalten werden.
Der Branchenverband verweist auf eine hohe durchschnittliche Verfügbarkeit: Defekte Anlagen würden im Mittel binnen weniger als vier Stunden wieder in Betrieb genommen. Dieser Wert sagt allerdings wenig über besonders langwierige Einzelfälle aus. Für Eigentümergemeinschaften sind deshalb vollständige Wartungsunterlagen, nachvollziehbare Kostenvoranschläge und unabhängige Prüfberichte die wichtigsten Mittel, um Leistungen und Rechnungen zu kontrollieren.
Quellen
- franceinfo
- Fédération des Ascenseurs
- Service-Public.fr
- Assemblée nationale
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).