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Vanuatu will Inselstreit mit Frankreich vor Weltgericht bringen

Vanuatu will den jahrzehntealten Streit um die unbewohnten Pazifikinseln Matthew und Hunter vor den Internationalen Gerichtshof bringen. Frankreich hält an seinem Hoheitsanspruch fest.

Port Vila – 01.09.2026: Vanuatu will den Streit mit Frankreich um die Inseln Matthew und Hunter vor den Internationalen Gerichtshof in Den Haag bringen. Nach einem Bericht von Franceinfo beabsichtigt der Inselstaat, ein Verfahren gegen Frankreich einzuleiten. Im Zentrum stehen zwei abgelegene, unbewohnte Vulkaninseln im Südpazifik, deren staatliche Zugehörigkeit seit Jahrzehnten umstritten ist.

Vanuatu betrachtet die Inseln, die dort auch Umaenupne und Leka genannt werden, als Teil seines Staatsgebiets. Die Regierung in Port Vila verweist auf die Geschichte der früheren britisch-französischen Kolonie Neue Hebriden. Seit der Unabhängigkeit am 30. Juli 1980 beansprucht der Inselstaat beide Eilande. Frankreich hat diesen Anspruch nie anerkannt.

Paris ordnet Matthew und Hunter weiterhin Neukaledonien zu. Das französische Außenministerium bekräftigte diese Haltung am 2. Juli 2026 nach einem Gespräch zwischen Außenminister Jean-Noël Barrot und Vanuatus Vizepremierminister Johnny Koanapo. Frankreichs Hoheitsanspruch stehe nicht zur Disposition; über eine Abtretung französischen Staatsgebiets werde nicht verhandelt.

Der Konflikt reicht über die beiden kargen Inseln hinaus. Sie liegen östlich von Neukaledonien und südöstlich des Vanuatu-Archipels. Obwohl beide jeweils weniger als einen Quadratkilometer groß sind, kann ihre Zuordnung die Abgrenzung weit größerer Meeresgebiete beeinflussen. Französischen Parlamentsunterlagen zufolge geht es damit auch um ausschließliche Wirtschaftszonen und die dort geltenden Rechte bei Fischerei, wissenschaftlicher Forschung sowie der möglichen Nutzung von Rohstoffen.

Zunächst hatten beide Regierungen auf Gespräche gesetzt. Präsident Emmanuel Macron und Vanuatus Premierminister Jotham Napat vereinbarten am 23. Juli 2025 in Paris, die Fragen der Souveränität und der Seegrenze weiterzuverhandeln. Im November 2025 trafen sich Delegationen in Port Vila. Im Juli 2026 teilte Vanuatus Regierung mit, Frankreich halte unverändert an seiner Position fest. Port Vila werde daher rechtliche Schritte prüfen.

Die Ankündigung bedeutet allerdings noch nicht, dass der Internationale Gerichtshof über die Zugehörigkeit der Inseln entscheiden wird. Das Gericht behandelt Streitigkeiten zwischen Staaten nur, wenn eine tragfähige Grundlage für seine Zuständigkeit besteht, etwa eine besondere Vereinbarung der beteiligten Länder oder eine entsprechende Vertragsklausel. Ob Frankreich die Zuständigkeit in diesem Fall anerkennt, war am 1. September nicht bekannt. Auch eine eigene Fallseite des Gerichts lag zunächst nicht vor.

Der angekündigte Schritt verlagert den Streit von der Diplomatie auf die völkerrechtliche Ebene. Frankreich hält Matthew und Hunter weiterhin für französisches Hoheitsgebiet und einen Teil Neukaledoniens.

Quellen

  • Franceinfo
  • Französisches Ministerium für Europa und auswärtige Angelegenheiten
  • Regierung von Vanuatu
  • Élysée-Palast
  • Französische Nationalversammlung
  • Internationaler Gerichtshof

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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