Politik & Gesellschaft

Tausende protestieren in Orléans gegen den Rassemblement National

Während der Rassemblement National in Orléans seinen Parteitag abhält, haben am Samstag nach Behördenangaben 13.000 Menschen gegen die rechtsextreme Partei demonstriert. Die Veranstalter sprachen von 26.000 Teilnehmern.

Orléans – 24.10.2026: In Orléans haben am Samstag Tausende Menschen gegen den Parteitag des Rassemblement National demonstriert. Die Präfektur des Départements Loiret bezifferte die Teilnehmerzahl auf 13.000, die Veranstalter sprachen von 26.000. Der Zug durch die Innenstadt richtete sich gegen die rechtsextreme Partei und deren politische Ziele vor der französischen Präsidentschaftswahl 2027.

Dass die Angaben weit auseinanderliegen, ist bei Großdemonstrationen in Frankreich keine Seltenheit. Behörden und Veranstalter zählen nach unterschiedlichen Methoden und kommen daher regelmäßig zu verschiedenen Ergebnissen. Ungeachtet dieser Differenz war die Kundgebung eine der größten politischen Mobilisierungen, die Orléans seit den Protesten gegen die Rentenreform im Jahr 2023 erlebt hat.

Anlass ist der 19. Parteitag des Rassemblement National, der am 24. und 25. Oktober im Zénith von Orléans stattfindet. Die Partei hat den Kongress zugleich als wichtige Etappe auf dem Weg zur Präsidentschaftswahl angelegt. Jordan Bardella wurde als Parteivorsitzender mit 98,98 Prozent der abgegebenen Stimmen bestätigt. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. Gemeinsam mit Marine Le Pen soll er die Partei geschlossen in den bevorstehenden Wahlkampf führen.

Die Behörden hatten sich mit einem außergewöhnlich großen Sicherheitsaufgebot auf das Wochenende vorbereitet. Rund 3.000 Polizisten und Gendarmen sollten in und um Orléans eingesetzt werden. Nach Angaben aus dem Umfeld der Präfektur gehörten dazu 15 mobile Einheiten sowie zwei gepanzerte Fahrzeuge vom Typ Centaure. Die Sicherheitskräfte befürchteten, dass kleinere autonome Gruppen die angemeldete Kundgebung für gewaltsame Aktionen nutzen könnten.

Am Freitag änderte die Präfektur deshalb die ursprünglich vorgesehene Strecke des Demonstrationszuges. Der neue Verlauf sollte einen größeren Abstand zwischen dem Parteitag im Zénith und dessen Gegnern schaffen. Mehrere Medien berichteten, die Demonstration sei am Samstag weitgehend ruhig geblieben. Größere Zwischenfälle wurden zunächst nicht bekannt.

Zu der Kundgebung hatten Gewerkschaften, linke Parteien, studentische Gruppen und weitere zivilgesellschaftliche Organisationen aufgerufen. Auf Plakaten und in Sprechchören wandten sich Teilnehmer gegen Rassismus und den politischen Aufstieg des Rassemblement National. Zugleich forderten sie den Schutz demokratischer und gesellschaftlicher Freiheitsrechte.

Der Parteitag verschafft dem Rassemblement National unterdessen die gewünschten Bilder innerer Geschlossenheit. Bardellas Wiederwahl war mangels Gegenkandidaten eine Formsache; die hohe Zustimmung stärkt dennoch seine Stellung an der Parteispitze. Während die Delegierten im Zénith über Strategie und Wahlkampf berieten, prägten in der Innenstadt Zehntausende Gegner der Partei das Straßenbild.

Quellen

  • Franceinfo
  • Präfektur des Départements Loiret
  • Rassemblement National
  • Le Monde
  • Public Sénat
  • Europe 1
  • Le Parisien
  • Ouest-France

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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