Kyrenia – 30.08.2026: Vor der Küste Nordzyperns ist eine Passagierfähre mit 267 Menschen an Bord gekentert. Mindestens sieben Menschen kamen ums Leben, 23 galten am Sonntag zunächst als vermisst. Nach Angaben des nordzyprischen Ministerpräsidenten Ünal Üstel wurden 237 Passagiere und Besatzungsmitglieder gerettet. Die Einsatzkräfte setzten die Suche im Seegebiet vor der Hafenstadt Kyrenia fort.
An Bord befanden sich den Behörden zufolge 259 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder. Die Fähre war von Kyrenia, das auf Türkisch Girne heißt, nach Taşucu in der südtürkischen Provinz Mersin unterwegs. Wenige Kilometer vor der Küste kenterte der Katamaran des türkischen Unternehmens Filo Denizcilik. Die Verbindung zählt zu den regelmäßigen Schifffahrtsrouten zwischen dem türkisch kontrollierten Norden Zyperns und der Türkei.
Üstel erklärte, das Schiff habe etwa 15 Minuten nach dem Ablegen Wasser aufgenommen. Kurz darauf sei ein Notruf abgesetzt worden. Kyrenias Bürgermeister Murat Şenkul verortete die Unglücksstelle nahe dem Strand Diana Beach. An der Rettungsaktion beteiligten sich die Küstenwache, weitere staatliche Einheiten und private Boote. Die Geretteten wurden an Land gebracht, Verletzte medizinisch versorgt.
Ein Überlebender berichtete nach seiner Rettung von einer Explosion am Bug. Anschließend habe die Fähre zu wenden versucht; seitliche Scheiben seien zerborsten, dann sei Wasser in das Schiff eingedrungen. Die Schilderung gibt die Wahrnehmung eines einzelnen Passagiers wieder. Eine behördliche Bestätigung für eine Explosion oder einen dadurch ausgelösten Wassereinbruch lag zunächst nicht vor.
Nach Angaben Üstels herrschten zur Zeit des Unglücks schwierige Wetterbedingungen. Ob diese das Kentern verursachten oder lediglich erschwerten, war am Sonntag offen. Auch zu einem möglichen technischen Defekt äußerten sich die zuständigen Stellen zunächst nicht abschließend. Eine Untersuchung soll den Zustand des Katamarans, den Ablauf nach dem Auslaufen und die Ursache des Wassereinbruchs klären.
Die Regierung richtete ein Krisenzentrum ein, um Rettungskräfte und Behörden zu koordinieren. Vorrang hatte die Suche nach den Vermissten. Zugleich mussten die Einsatzkräfte die Angaben zu Passagieren, Besatzung, Geretteten und Todesopfern abgleichen. Solche Bilanzen können sich während einer laufenden Seenotrettung verändern, besonders wenn Menschen von unterschiedlichen Booten aufgenommen und an mehreren Stellen an Land gebracht werden.
Nordzypern wird international nur von der Türkei als Staat anerkannt. Die Insel ist seit 1974 geteilt; im Norden bestehen enge Verkehrs- und Wirtschaftsverbindungen zur türkischen Küste. Die verunglückte Fähre bediente eine dieser direkten Routen über das östliche Mittelmeer. Nach Angaben der Behörden waren am Sonntag weiterhin 23 Menschen nicht gefunden.
Quellen
- Franceinfo
- Associated Press
- Anadolu Agency
- Deutsche Welle
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).