Politik & Gesellschaft

Patrick Bruel sagt Herbsttournee nach Protesten und Ermittlungen ab

Patrick Bruel hat seine für Oktober und November geplante Tournee abgesagt. Zuvor hatten feministische Gruppen und mehrere Bürgermeister gegen die Auftritte protestiert.

Paris – 02.09.2026: Patrick Bruel hat seine für den Herbst angekündigte Konzertreise abgesagt. Der Sänger erklärte am Dienstagabend, 1. September, in den sozialen Netzwerken, die Voraussetzungen für die Tournee seien aus seiner Sicht nicht mehr gegeben. Geplant waren 35 Auftritte zwischen dem 2. Oktober und dem 21. November zum 35. Jahrestag seines Albums "Alors regarde".

Die Absage beendet eine wochenlange Auseinandersetzung um die Konzerte. Mehrere Bürgermeister hatten sich gegen Auftritte Bruels in ihren Städten ausgesprochen. Feministische Gruppen forderten Veranstalter und Kommunen ebenfalls auf, die Termine zu streichen. Bereits im Frühjahr waren Konzerte und Festivalauftritte des Sängers bis September abgesagt worden.

Am Mittwoch begrüßte eine Aktivistin des Kollektivs NousToutes die Entscheidung im Radiosender France Inter. Feministische Aktionen könnten mutmaßliche Täter abschrecken, sagte sie. Es dürfe nicht als normal gelten, dass Personen, gegen die zahlreiche Vorwürfe erhoben worden seien und gegen die strafrechtlich ermittelt werde, weiterhin ohne Konsequenzen auf großen Bühnen aufträten.

Der Konflikt berührt zwei voneinander zu trennende Ebenen: die öffentliche Debatte über Verantwortung im Kulturbetrieb und die Arbeit der Strafjustiz. Bruel ist nach Angaben mehrerer französischer Medien in vier Verfahren wegen mutmaßlicher sexualisierter Gewalt beschuldigt. In vier weiteren Fällen besitzt er den Status eines assistierten Zeugen. Dieser Status liegt zwischen dem eines einfachen Zeugen und dem eines förmlich Beschuldigten. Weder er noch die förmliche Einleitung eines Ermittlungsverfahrens bedeuten eine Verurteilung; bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung gilt die Unschuldsvermutung.

Der Sänger weist die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück. In seiner Erklärung zur Tourneeabsage schrieb er, die Planung der Konzerte sei weder als Herausforderung noch als Provokation gemeint gewesen. Er wolle sich weiter vor der Justiz verteidigen. Zu Einzelheiten der Ermittlungen äußerte er sich nicht.

Für Ticketinhaber und Veranstaltungsorte hat die Absage unmittelbare Folgen. Informationen zur Erstattung bereits gekaufter Karten müssen die jeweiligen Veranstalter bekannt geben. Die Konzertreise sollte durch Frankreich und zu weiteren europäischen Stationen führen. Sie knüpfte an "Alors regarde" an, das 1989 erschien und Bruels Karriere entscheidend prägte.

NousToutes versteht den Rückzug als Ergebnis öffentlichen Drucks, nicht als Vorgriff auf ein Urteil. Das Kollektiv hatte die Auftritte seit Monaten kritisiert und auf die Aussagen der Frauen verwiesen, die Vorwürfe gegen Bruel erhoben haben. Die strafrechtlichen Ermittlungen werden durch die Absage der Tournee nicht berührt und unabhängig davon fortgeführt.

Quellen

  • Franceinfo
  • RTL
  • TF1 Info
  • Euronews
  • Le Monde
  • Le Parisien

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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