Politik & Gesellschaft

Pariser Staatsanwaltschaft beantragt Prozess gegen Juan Branco

Die Pariser Staatsanwaltschaft will den Anwalt Juan Branco wegen eines Vergewaltigungsvorwurfs aus dem Jahr 2021 vor Gericht bringen. Ob es zum Prozess kommt, entscheidet nun die Untersuchungsjustiz.

Paris – 01.09.2026: Die Pariser Staatsanwaltschaft hat beantragt, den Anwalt Juan Branco wegen des Verdachts der Vergewaltigung vor ein Strafgericht zu stellen. Der Antrag betrifft den Vorwurf einer jungen Frau, deren Name in der Berichterstattung durch ein Pseudonym geschützt wird. Die mutmaßliche Tat soll im Frühjahr 2021 begangen worden sein. Ein Prozess ist bislang nicht angesetzt.

Der Schlussantrag der Staatsanwaltschaft datiert vom 6. August. Darin fordert sie, Branco vor die Cour criminelle départementale zu überweisen. Dieses französische Strafgericht verhandelt bestimmte Verbrechen in erster Instanz. Ob dem Antrag entsprochen wird, entscheidet nun die zuständige Untersuchungsrichterin oder der zuständige Untersuchungsrichter. Erst ein entsprechender Beschluss würde den Weg zu einer öffentlichen Hauptverhandlung eröffnen.

Die heute 25 Jahre alte Frau war zum Zeitpunkt des mutmaßlichen Geschehens 20 Jahre alt und studierte Politikwissenschaft. Nach Angaben ihrer Anwälte wandte sie sich zwei Tage nach einer Nacht in Brancos Wohnung an die Polizei. Sie gab demnach an, ein opiathaltiges Medikament erhalten zu haben und anschließend gegen ihren Willen zu sexuellen Handlungen gezwungen worden zu sein. Diese Darstellung ist Gegenstand des Ermittlungsverfahrens und keine gerichtliche Feststellung.

Branco hat die Vorwürfe bestritten. Sein Anwalt Luc Brossollet erklärte nach Bekanntwerden des Antrags, das Verfahren sei inhaltlich nicht tragfähig. Die Verteidigung spricht von einem leeren Dossier und verweist darauf, dass die mehrjährigen Ermittlungen keine weiteren belastenden Erkenntnisse erbracht hätten. Für Branco gilt die Unschuldsvermutung.

Zugleich beantragt die Staatsanwaltschaft nach Medienberichten, zwei weitere Vorwürfe aus dem Jahr 2017 nicht weiterzuverfolgen. In diesen Punkten fordert sie eine Einstellung, weil die Grundlage für eine Anklage nicht ausreiche. Die Ermittlungsbehörde bewertet die einzelnen Vorwürfe damit getrennt. Rückschlüsse auf die gerichtliche Beurteilung des verbliebenen Falls oder auf die Glaubwürdigkeit der Beteiligten lassen sich daraus nicht ziehen.

Die Anwälte der Frau bezeichneten den Antrag als Erleichterung nach einem langwierigen Verfahren. Sie sehen darin die Anerkennung, dass der Vorwurf in einer Hauptverhandlung geprüft werden sollte. Dort könnten Aussagen, Unterlagen und Einwände der Verteidigung erstmals vor einem urteilenden Gericht erörtert werden. Bis zur Entscheidung der Untersuchungsjustiz handelt es sich jedoch ausschließlich um einen Antrag der Staatsanwaltschaft.

Branco, 37, ist in Frankreich als Anwalt und Autor bekannt. Größere Aufmerksamkeit erhielt er mit seinem 2018 veröffentlichten Buch "Crépuscule", einer scharfen Kritik an Frankreichs politischen und wirtschaftlichen Eliten. Im Oktober 2025 wurde er nach Berichten über die Veröffentlichung von Verfahrensunterlagen im Internet berufsrechtlich für neun Monate suspendiert. Dieses Disziplinarverfahren ist rechtlich von dem laufenden Strafverfahren getrennt.

Quellen

  • Franceinfo
  • Agence France-Presse via Boursorama
  • Le Parisien
  • Parquet de Paris, Tribunal judiciaire de Paris

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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