Paris – 30.08.2026: Olivier Faure will bei der französischen Präsidentschaftswahl 2027 antreten. Der Erste Sekretär der Sozialistischen Partei bestätigte seine Bewerbung um die Kandidatur seines politischen Lagers am Sonntagabend im Nachrichtenjournal des Senders TF1. Er wolle für ein gerechteres Frankreich kämpfen, sagte Faure. Zuvor hatte er die Abgeordneten seiner Partei über seine Entscheidung informiert.
Damit beginnt die offene Konkurrenz um die Führung der sozialdemokratischen Linken. Faure steht seit 2018 an der Spitze der Sozialistischen Partei. Seine Bewerbung verbindet er mit dem Anspruch, die nach mehreren Wahlniederlagen geschwächte Partei wieder als eigenständige politische Kraft zu etablieren. Zunächst muss er sich jedoch in einer Vorwahl gegen Bewerber aus dem eigenen und aus verbündeten Lagern durchsetzen.
Das Verfahren trägt den Namen "Choisir 2027" und wurde am 25. August vom Nationalrat der Sozialistischen Partei beschlossen. Place publique, die Partei des Europaabgeordneten Raphaël Glucksmann, stimmte der Vereinbarung ebenfalls zu. Weitere Parteien können sich noch anschließen. Ziel ist ein gemeinsamer Präsidentschaftskandidat für Teile der demokratischen, ökologischen und republikanischen Linken. Andere Strömungen des linken Parteienspektrums sind bislang nicht beteiligt.
Kandidaturen können vom 1. bis 15. September 2026 eingereicht werden. Bewerber aus der Sozialistischen Partei müssen dafür eine festgelegte Zahl politischer Unterstützer vorweisen. Möglich sind unter anderem Unterschriften von 15 Mitgliedern des Nationalrats, zehn sozialistischen Parlamentariern oder einer bestimmten Zahl kommunaler und regionaler Mandatsträger. Die Hürden sollen rein symbolische Bewerbungen verhindern.
Der erste Wahlgang ist für den 9. und 10. Oktober vorgesehen, eine mögliche Stichwahl für den 16. und 17. Oktober. Abgestimmt wird elektronisch. Teilnehmen dürfen Mitglieder der beteiligten Parteien und registrierte Sympathisanten. Externe Wähler sollen 15 Euro entrichten, Nichtsteuerpflichtige und Studierende zehn Euro.
Als wichtigster Konkurrent Faures gilt Glucksmann, der seine Bewerbung bereits am 23. August angekündigt hatte. Auch die sozialistischen Abgeordneten Philippe Brun und Jérôme Guedj sowie die frühere Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal bekundeten Interesse. Wer die nötigen Unterstützungsunterschriften erhält und tatsächlich zugelassen wird, steht erst nach dem Ende der Bewerbungsfrist fest.
Die gemeinsame Charta reicht über das Auswahlverfahren hinaus. Sie verpflichtet die Bewerber, auf ein Bündnis der Linken hinzuarbeiten und ein gemeinsames Programm vorzubereiten. Hinzukommen sollen eine Vereinbarung für die Parlamentswahl und ein Regierungsvertrag. Die Vorwahl dient damit auch dem Versuch, die bislang zersplitterten Kräfte frühzeitig auf eine gemeinsame Strategie für das Wahljahr 2027 festzulegen.
Quellen
- TF1 Info
- Parti Socialiste
- Le Monde
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).