Politik & Gesellschaft

Nach Angriffen ultrarechter Gruppen wächst der Druck auf die Polizei

Nach gewaltsamen Übergriffen am Rand der Demonstrationen vom 24. Oktober gerät die Polizei in mehreren französischen Städten in die Kritik. Innenminister Laurent Nuñez weist den Vorwurf zurück, ultrarechte Gruppen geschützt zu haben.

Nizza – 26.10.2026: Nach den landesweiten Demonstrationen vom Samstag, 24. Oktober, geraten Polizeieinsätze in mehreren französischen Städten in die Kritik. Videos aus Nizza, Montpellier, Nancy und Rouen zeigen vermummte Gruppen, die Demonstrierende angreifen oder bedrängen. Teilweise bewegen sich mutmaßliche Täter in unmittelbarer Nähe von Einsatzkräften. Aus den Aufnahmen allein lassen sich der jeweilige Ablauf und die Verantwortung einzelner Beamter jedoch nicht abschließend rekonstruieren.

Besonders schwer wiegt der Vorwurf, Sicherheitskräfte hätten Gruppen aus dem ultrarechten Spektrum passieren lassen oder nach Übergriffen abgeschirmt. Politiker der Partei La France insoumise erhoben diese Anschuldigung öffentlich. Innenminister Laurent Nuñez wies sie am Montag zurück. Die Polizei habe zu keinem Zeitpunkt ultrarechte Aktivisten geschützt, erklärte er nach Angaben französischer Medien.

In Nizza bestätigte die Präfektur, dass etwa hundert maskierte Personen aus der ultrarechten Szene ins Stadtzentrum gelangt seien, um die Auseinandersetzung mit Demonstrierenden zu suchen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden elf Menschen festgenommen. Bei einigen von ihnen seien Masken, Handschuhe, Reizstoffsprühgeräte und Schlagstöcke gefunden worden; fünf seien bereits polizeibekannt. Wegen der Gewalttaten wurde eine Untersuchung eingeleitet.

Auch aus Montpellier stammen Aufnahmen eines Angriffs. Darauf ist zu sehen, wie ein Vermummter einen Menschen am Boden in Richtung einer Gruppe von Einsatzkräften zieht und gegen ihn tritt. Bürgermeister Michaël Delafosse sprach von einer gewalttätigen ultrarechten Miliz. Welche Wahrnehmung die Beamten vor Ort hatten und ob sie früher hätten eingreifen können, bedarf einer gesonderten Prüfung.

Die Kundgebungen vom 24. Oktober waren die zweite große Mobilisierung innerhalb weniger Tage. Das Innenministerium zählte landesweit 289 Aktionen mit insgesamt 410.000 Teilnehmenden, darunter 110.000 in Paris. Zugleich meldete es Auseinandersetzungen, Angriffe auf Sicherheitskräfte und Sachbeschädigungen durch gewaltbereite Gruppen in zahlreichen Städten.

Bei Demonstrationen müssen Polizeieinheiten Gewalttäter voneinander trennen, Flucht- und Rettungswege sichern und zugleich verhindern, dass Unbeteiligte durch einen Einsatz gefährdet werden. Bilder, auf denen mutmaßliche Angreifer nahe bei Einheiten der Compagnies républicaines de sécurité stehen oder deren Reihen passieren, sind deshalb politisch brisant. Sie belegen für sich genommen aber weder eine bewusste Begünstigung noch ein dienstrechtliches Versäumnis.

Die Festgenommenen gelten zunächst als Verdächtige; über Schuld und mögliche Strafen entscheidet die Justiz. Zu den Vorfällen in den anderen Städten liegen bislang vor allem Videos, Zeugenaussagen und Medienrecherchen vor. Eine zentrale landesweite Untersuchung der Vorwürfe gegen die Polizei war am Montag nicht bekannt.

Quellen

  • Französisches Innenministerium
  • TV5MONDE Informations
  • RTL
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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