Trappes – 23.10.2026: Präsident Emmanuel Macron hat die tödlichen Schüsse in Trappes und der benachbarten Gemeinde La Verrière als rassistischen Terroranschlag bezeichnet. Der Staatschef besuchte Trappes am Freitagabend, wenige Stunden nach der Tat im Département Yvelines westlich von Paris. Nach Angaben der Behörden wurde ein Mensch getötet, fünf weitere wurden verletzt. Unter den Verletzten soll sich auch ein Kind befinden.
Die Schüsse fielen am Freitagvormittag auf öffentlichen Straßen in beiden Gemeinden. Nach bisherigen Erkenntnissen soll ein 39 Jahre alter Mann aus einem Fahrzeug heraus auf Passanten geschossen haben. Er wurde kurz nach der Tat festgenommen. Die Ermittler prüfen nun den genauen Ablauf, die Herkunft der Waffe sowie mögliche Vorbereitungen und Kontakte des Verdächtigen.
Die Nationale Antiterrorstaatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen noch am selben Tag. Untersucht werden der Verdacht eines Mordes und versuchter Morde mit terroristischem Hintergrund. Als mögliches erschwerendes Motiv gilt dabei die tatsächliche oder zugeschriebene Zugehörigkeit der Opfer zu einer Ethnie, Nation oder Religion. Hinzu kommt der Verdacht einer terroristischen Vereinigung zur Vorbereitung von Gewaltverbrechen gegen Personen.
Macron sagte in Trappes, der Angriff habe Menschen wegen ihrer Hautfarbe oder ihrer vermuteten Religionszugehörigkeit getroffen. Die Republik müsse geschlossen an der Seite der Opfer, ihrer Angehörigen und der Bevölkerung im Département Yvelines stehen. Der Präsident nahm damit eine politische Bewertung der Tat vor; über ihre strafrechtliche Einordnung entscheidet die unabhängige Justiz.
Der Bürgermeister von Trappes, Ali Rabeh, hatte den Angriff zuvor als rassistisch und wahrscheinlich islamfeindlich bezeichnet. Innenminister Laurent Nuñez reiste ebenso in die Gemeinde wie Aurore Bergé, die in der Regierung für den Kampf gegen Diskriminierung zuständig ist, und der Präfekt des Départements Yvelines, Brice Blondel. Die örtlichen Behörden organisierten Unterstützung für Betroffene und Angehörige.
Die Zuständigkeit der Antiterrorstaatsanwaltschaft bedeutet noch nicht, dass Motiv und Hintergründe abschließend geklärt sind. Sie ermöglicht jedoch spezialisierten Ermittlern, ideologische Bezüge, digitale Spuren, die Waffenbeschaffung und ein mögliches Unterstützerumfeld nach den besonderen Regeln des Terrorismusstrafrechts zu untersuchen. Auch eine Beteiligung weiterer Personen wird geprüft.
Trappes und La Verrière gehören zum Ballungsraum Saint-Quentin-en-Yvelines und sind durch enge Verkehrs- und Alltagsbeziehungen miteinander verbunden. Die Tat traf somit zwei unmittelbar benachbarte Gemeinden. Offen ist vor allem, nach welchen Kriterien der Verdächtige seine Opfer auswählte und ob jemand von seinen Plänen wusste. Bis Freitagabend nannten die Behörden ein Todesopfer und fünf Verletzte.
Quellen
- Franceinfo
- Agence France-Presse
- Associated Press
- Le Parisien
- Élysée-Palast
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).