Kultur

Jean-Philippe Toussaint verknüpft in “La Hantise” Liebe und Spionage

Jean-Philippe Toussaints Roman "La Hantise" erscheint am 27. August 2026 bei den Éditions de Minuit. Vor der Kulisse der europäischen Institutionen in Brüssel verbindet das Buch einen fiktiven Korruptionsfall mit einer gefährlichen Liebesgeschichte.

Paris – 25.08.2026: Jean-Philippe Toussaint veröffentlicht am 27. August seinen neuen Roman "La Hantise" bei den Éditions de Minuit. Das 288 Seiten umfassende Buch erzählt von Jean Detrez, einem Beamten der Europäischen Union in Brüssel, der unvermittelt in einen internationalen Korruptionsfall gerät. Zwei Tage vor dem angekündigten Erscheinungstermin zählt der Titel zu den prominenten Neuerscheinungen der französischen Literatursaison.

Detrez lebt nach einer Scheidung und dem Tod seines Vaters zurückgezogen. Auch der Vater arbeitete für die europäischen Institutionen und ist dem Sohn als moralische Bezugsperson in Erinnerung geblieben. Diese familiäre Prägung begleitet Detrez, als er bei einem Treffen mit dem Lobbyisten John Stravopoulos an einen USB-Stick gelangt. Die darauf gespeicherten Informationen weisen auf ein weitreichendes Geflecht aus Betrug und Korruption hin.

Die Handlung führt von Brüssel nach Paris und macht das Milieu der europäischen Verwaltung zur Kulisse eines Spionageromans. Nach Darstellung des Verlags bestimmen Geheimnisse, Täuschungen und falsche Identitäten die Geschichte. Ihr politischer Stoff bleibt ausdrücklich Fiktion: Toussaint beschreibt keine dokumentierte Affäre innerhalb der Europäischen Union, sondern entwirft einen erfundenen Fall, in dem institutionelle Macht und persönliche Unsicherheit eng aufeinander bezogen sind.

Unter dem Druck der kompromittierenden Informationen entwickelt sich zugleich eine Liebesgeschichte. Detrez verliebt sich in Yolanda Paul, die ihm bei der Aufklärung und angesichts der gegen ihn gerichteten Bedrohungen helfen könnte. Doch auch diese Beziehung ist von Zweifeln geprägt. Vertrauen wird für den Protagonisten damit ebenso riskant wie der Besitz des Datenträgers. Der Roman verschiebt die vertrauten Mittel des Spionagegenres ins Private und verbindet äußere Gefahr mit Trauer, Begehren und Misstrauen.

"La Hantise" greift Motive aus Toussaints Roman "La Clé USB" von 2019 auf. Eine unmittelbare Fortsetzung ist das neue Buch nach Verlagsangaben jedoch nicht. Schon im früheren Roman geriet ein europäischer Beamter durch einen USB-Stick in eine undurchsichtige Angelegenheit. Nun variiert Toussaint diesen Ausgangspunkt und erweitert ihn um eine Liebesgeschichte sowie ein größer angelegtes Korruptionsgeflecht.

Der 1957 in Brüssel geborene Toussaint arbeitet als Schriftsteller, Filmemacher und Fotograf. Seine Bücher erscheinen seit Jahrzehnten bei den Éditions de Minuit. Für "Fuir" erhielt er 2005 den Prix Médicis, für "La Vérité sur Marie" 2009 den Prix Décembre. Seine oft zurückhaltende Figurenzeichnung trifft in "La Hantise" auf eine stärker spannungsorientierte Konstruktion.

Der Verlag kündigt die gebundene Ausgabe für 22 Euro an; ihre ISBN lautet 978-2-7073-5819-6. Livres Hebdo ordnet das Buch der literarischen Herbstsaison zu und charakterisiert es als modernen, von Misstrauen geprägten Spionageroman. Die Auslieferung soll am 27. August 2026 beginnen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Éditions de Minuit
  • Livres Hebdo
  • Le Robert

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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