Paris – 04.09.2026: Immobilienkredite werden in Frankreich wieder etwas teurer. Marktbarometer nennen für September durchschnittliche Zinssätze von 3,43 Prozent bei 15 Jahren, 3,54 Prozent bei 20 Jahren und 3,61 Prozent bei 25 Jahren Laufzeit. Solche Werte sind keine verbindlichen Bankangebote; sie geben lediglich eine Orientierung. Für Kaufinteressenten bedeutet der Anstieg dennoch, dass sie ihr Budget vor der Unterzeichnung eines Kaufvertrags sorgfältig neu berechnen sollten. Schon geringe Zinsunterschiede können sich über lange Laufzeiten erheblich auswirken.
Für einen Vergleich genügt der nominelle Sollzins nicht. Maßgeblich ist der effektive Jahreszins, in Frankreich TAEG genannt. Er berücksichtigt neben den Kreditzinsen weitere Kosten, die für den Abschluss oder die angebotenen Konditionen erforderlich sind. Dazu gehören nach Angaben des französischen Wirtschaftsministeriums unter anderem Bearbeitungs- und Vermittlungsgebühren, verpflichtende Versicherungen, Kosten für Sicherheiten sowie bestimmte Ausgaben für Kontoführung und Immobilienbewertung.
Käufer sollten mehrere Banken oder zugelassene Kreditvermittler um standardisierte europäische Informationsblätter bitten. Darin werden Laufzeit, Monatsrate, Gesamtbetrag, Tilgungsplan und effektiver Jahreszins nach einem einheitlichen Schema ausgewiesen. Belastbar vergleichen lassen sich allerdings nur Angebote mit demselben Kreditbetrag, gleicher Laufzeit und ähnlicher Absicherung. Ein niedriger Sollzins kann durch höhere Gebühren oder Versicherungskosten vollständig aufgezehrt werden.
Besonderes Gewicht hat die Restschuldversicherung. Eine allgemeine gesetzliche Pflicht gibt es zwar nicht, Banken verlangen sie bei Immobilienfinanzierungen in der Praxis jedoch meist als Voraussetzung. Kreditnehmer können grundsätzlich einen externen Versicherer wählen, sofern dessen Garantien den Anforderungen der Bank entsprechen. Seit dem 1. September 2022 darf eine bestehende Restschuldversicherung jederzeit gewechselt werden; ein jährlicher Kündigungstermin muss nicht mehr abgewartet werden. Dadurch lässt sich auch nach Vertragsabschluss prüfen, ob ein günstigerer Schutz verfügbar ist.
Die Konditionen hängen außerdem vom Profil des Antragstellers ab. Banken betrachten regelmäßige Einnahmen, Eigenkapital, laufende Kredite, berufliche Stabilität und die gewünschte Monatsrate. Ein höherer Eigenanteil verringert den Finanzierungsbedarf und kann die Kosten der Kreditsicherung reduzieren. Vollständige Kontoauszüge, Steuerbescheide, Einkommensnachweise und Kaufunterlagen beschleunigen die Prüfung und schaffen eine bessere Grundlage für Verhandlungen.
Eine feste Grenze bildet der von der Banque de France vierteljährlich veröffentlichte Wucherzinssatz. Für festverzinsliche Immobilienkredite mit einer Laufzeit von mindestens 20 Jahren beträgt er seit dem 1. Juli 2026 laut Zentralbank 5,29 Prozent pro Jahr. In die Berechnung fließen Zinsen, Versicherung und anrechenbare Gebühren ein. Überschreitet der effektive Jahreszins diese Schwelle, darf die Bank den Kredit nicht vergeben. Vollständige Vergleichsangebote zeigen deshalb sowohl die tatsächlichen Finanzierungskosten als auch das Risiko, an dieser gesetzlichen Obergrenze zu scheitern.
Quellen
- Franceinfo
- Banque de France
- Französisches Wirtschaftsministerium
- Pretto Marktbarometer
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).