Jarrie – 24.10.2026: Aus dem Framatome-Werk in Jarrie im Département Isère sind mehrere hundert Kilogramm Hafnium gestohlen worden. Der Einbruch ereignete sich nach Angaben von Franceinfo in der Nacht vom 21. auf den 22. Oktober. Der Wert des seltenen Metalls wird auf mehrere Millionen Euro geschätzt. Der Standort ist wegen der dort verarbeiteten Stoffe als Seveso-Anlage der höchsten Gefahrenstufe eingestuft.
Die Täter drangen den Berichten zufolge gegen drei Uhr morgens auf das Werksgelände ein und nahmen Hafniumkristalle an sich. Zu ihrer Identität, möglichen Festnahmen und dem Verbleib der Beute lagen am Samstag keine öffentlich bestätigten Angaben vor. Ebenso blieb zunächst offen, ob Anlagen beschädigt wurden oder die Produktion beeinträchtigt ist. Die genaue Menge des entwendeten Materials wurde offiziell nicht beziffert; die Angabe von mehreren hundert Kilogramm stammt aus der Berichterstattung über den Fall.
Hafnium fällt bei der Verarbeitung von Zirkonium an. Das korrosionsbeständige Metall besitzt besondere physikalische Eigenschaften und wird unter anderem in der Kerntechnik, der Luftfahrt und für Hochleistungslegierungen verwendet. Das Werk in Jarrie gilt als einzige französische Anlage, die Hafnium produziert und aufbereitet. Der Diebstahl betrifft daher einen Rohstoff, der für spezialisierte Bereiche der französischen Industrie von strategischer Bedeutung ist und nur in vergleichsweise kleinen Mengen gehandelt wird.
Der Standort war bereits mehrfach Ziel von Diebstählen. Nach regionalen Medienberichten ist es der sechste bekannte Fall seit 2019. Im Mai 2026 hatten Beschäftigtenvertreter nach einem früheren Vorfall auf Sicherheitslücken hingewiesen. Eine im Juni veröffentlichte schriftliche Anfrage an die Regierung in der Nationalversammlung griff die wiederholten Einbrüche ebenfalls auf.
Darin war von einem früheren Eindringen mehrerer Täter die Rede, die Absperrungen und Zäune überwunden haben sollen. Gewerkschaften forderten daraufhin eine umfassende Prüfung der Schutzvorkehrungen, mehr Personal und zusätzliche technische Sicherungen. Diese Schilderungen beziehen sich auf frühere Vorfälle und lassen keine Rückschlüsse auf den genauen Ablauf des jüngsten Einbruchs zu.
Der hohe Warenwert und der begrenzte Markt dürften für die Ermittlungen eine besondere Rolle spielen. Hafnium wird vor allem für spezialisierte industrielle Anwendungen benötigt; größere gestohlene Bestände lassen sich deshalb schwerer unauffällig absetzen als verbreitete Metalle. Öffentlich bestätigt sind bislang der Einbruch, der Verlust mehrerer hundert Kilogramm Hafnium und ein auf mehrere Millionen Euro geschätzter Schaden.
Quellen
- Franceinfo
- Le Dauphiné Libéré
- Assemblée nationale
- Framatome CFDT
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).