Bordeaux – 26.08.2026: Der designierte Präsident der Girondins de Bordeaux, Dominique Delport, erhöht nach einer Entscheidung des Handelsgerichts Bordeaux den Druck auf den französischen Fußballverband FFF. Das Gericht billigte am 25. August eine Vergleichsvereinbarung im Zusammenhang mit dem Übernahmeprojekt der Investoren Sparta Capital und Park Bench. Delport verlangt nun eine kurzfristige Sitzung des FFF-Exekutivkomitees, damit die Finanzkontrolle DNCG den Fall erneut prüfen kann.
Delport wertet die gerichtliche Billigung als Beleg dafür, dass das Sanierungs- und Finanzierungsmodell des Traditionsvereins tragfähig sei. Nach seinen Angaben umfasst der 2025 angenommene Fortführungsplan Verbindlichkeiten von 26 Millionen Euro. Sie sollen über zehn Jahre gegenüber rund 400 Gläubigern zurückgezahlt werden. Die neuen Investoren haben sich verpflichtet, diesen Plan zu übernehmen. Die Entscheidung des Handelsgerichts ersetzt allerdings keine sportrechtliche Zulassung durch die Verbandsinstanzen.
Die Girondins waren im Juli 2026 aus den nationalen Meisterschaften ausgeschlossen worden, nachdem die DNCG die finanziellen Garantien für die Saison 2026/27 als unzureichend bewertet hatte. Auch die weiteren Verfahren brachten dem Verein keinen Erfolg. Das Nationale Olympische und Sportkomitee Frankreichs hielt an der Sanktion fest. Am 21. August bestätigte zudem das Verwaltungsgericht Paris im Eilverfahren den Ausschluss aus den nationalen Wettbewerben.
Bordeaux ist damit derzeit der Regional 1 zugeordnet, der sechsten Spielklasse des französischen Fußballs. Das Verwaltungsgericht stützte seine Entscheidung vor allem auf den Zeitpunkt der vorgelegten Finanzierungszusagen. Nach den einschlägigen Regeln darf die DNCG Unterlagen und Verpflichtungen nur berücksichtigen, wenn sie bei der Anhörung vor der Berufungskommission bereits hinreichend konkret waren. Spätere Kapitalzusagen konnten die damalige Entscheidung daher nicht rückwirkend verändern.
Sparta Capital hatte Medienberichten zufolge 10,6 Millionen Euro bei der Caisse des Dépôts hinterlegt, um die von der DNCG festgestellte Finanzierungslücke zu schließen. Für einen Verbleib in der drittklassigen National 1 sollen zusätzliche Mittel zur Stabilisierung des Vereins und zum Schuldenabbau vorgesehen gewesen sein. Vertreter des Fonds warnten vor einer gerichtlichen Liquidation, sollte die Übernahme an der Einstufung in Regional 1 scheitern.
Der Vorgang berührt zwei getrennte Verfahren: Das Handelsgericht beurteilt die wirtschaftliche Fortführung und den Umgang mit den Gläubigern, während die Fußballinstanzen über die Zulassung zum Spielbetrieb entscheiden. Aus der Billigung des Vergleichs folgt deshalb keine Verpflichtung des Verbandes, Bordeaux wieder in eine nationale Liga aufzunehmen.
Delports Vorstoß richtet sich nun an das Exekutivkomitee der FFF, das nach seiner Auffassung eine neue Prüfung durch die DNCG ermöglichen könnte. Bis zu einer anderslautenden Entscheidung gilt jedoch die vom Verwaltungsgericht bestätigte Einstufung in Regional 1.
Quellen
- Franceinfo
- WebGirondins
- Le Parisien mit AFP
- Footamateur/Ouest-France
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).