Politik & Gesellschaft

Gericht prüft Hitze und Überbelegung im Gefängnis Les Baumettes

Das Verwaltungsgericht Marseille prüft in einem Eilverfahren Vorwürfe über extreme Hitze und eine Belegung von 200 Prozent im Männer-Aufnahmebereich des Gefängnisses Les Baumettes.

Marseille – 28.08.2026: Das Verwaltungsgericht Marseille befasst sich an diesem Freitag in einem Eilverfahren mit den Haftbedingungen im Gefängnis Les Baumettes. Anlass sind Vorwürfe über extreme Hitze in den Zellen und eine erhebliche Überbelegung des Aufnahmebereichs für Männer. Das Gericht soll klären, ob die geschilderte Lage kurzfristige Schutzmaßnahmen erforderlich macht.

Die Anwältin Zaïneb Moumen sagte dem Regionalsender ICI Provence, die Belegungsquote im Männer-Aufnahmebereich habe im August 2026 bei 200 Prozent gelegen. Demnach waren dort doppelt so viele Menschen untergebracht, wie reguläre Plätze vorgesehen sind. Welche absoluten Belegungszahlen dieser Quote zugrunde liegen, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.

Auch die Temperaturen sind Gegenstand des Verfahrens. Moumen berichtete von bis zu 50 Grad Celsius am Boden. Diese Angabe stammt aus ihrem Vorbringen und ist bislang keine gerichtlich bestätigte Messung. In überfüllten Hafträumen können Hitze, eingeschränkte Luftzirkulation und fehlende Rückzugsmöglichkeiten die körperliche Belastung erheblich verschärfen. Hinzu kommt, dass Gefangene ihre Umgebung kaum eigenständig verlassen oder kühlen können.

Les Baumettes im Süden von Marseille steht seit Jahren wegen seiner Unterbringungsbedingungen unter Beobachtung. Das Verwaltungsgericht hatte bereits im November 2022 in einem anderen Verfahren eine sachverständige Untersuchung angeordnet. Damals ging es um die Belüftung bestimmter Zellen und um die Auswirkungen von Schallschutzfenstern auf Temperatur und Luftaustausch im Frauengefängnis.

Die damalige Entscheidung betraf sechs Inhaftierte und konkrete Zellen im Frauentrakt. Sie belegt daher nicht die aktuellen Vorwürfe aus dem Männer-Aufnahmebereich. Das frühere Verfahren dokumentiert jedoch, dass Belüftung, sommerliche Hitze und bauliche Bedingungen in Les Baumettes schon zuvor Gegenstand einer gerichtlichen Prüfung waren.

Ein verwaltungsgerichtliches Eilverfahren ermöglicht eine rasche Entscheidung, wenn Antragsteller eine akute Beeinträchtigung grundlegender Rechte geltend machen. Die Richter prüfen dabei die eingereichten Unterlagen, die Stellungnahmen der Beteiligten und die Dringlichkeit. Je nach Ergebnis können sie konkrete Vorkehrungen anordnen oder den Antrag zurückweisen. Eine abschließende Klärung sämtlicher Tatsachen ist in einem solchen Verfahren nicht zwingend vorgesehen.

Für die Gefangenen betreffen die Vorwürfe elementare Lebensbedingungen: ausreichend Platz zum Schlafen, Zugang zu Trinkwasser, Luftaustausch und Schutz vor gesundheitlich gefährlicher Hitze. Zugleich muss das Gericht zwischen den geschilderten Belastungen und den tatsächlich verfügbaren Handlungsmöglichkeiten der Gefängnisverwaltung unterscheiden. Eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Marseille lag zum Zeitpunkt der vorliegenden Meldung noch nicht vor.

Quellen

  • Franceinfo
  • Verwaltungsgericht Marseille
  • Agence publique pour l'immobilier de la justice

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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