Politik & Gesellschaft

Gelbwesten rufen für den 31. Oktober zu Protesten auf

Die Gelbwesten kündigen für den 31. Oktober Kundgebungen und Sitzproteste in Frankreich an. Ihr Aufruf verbindet soziale Forderungen mit Kritik am Kurs der Regierung.

Paris – 25.10.2026: Die Koordination der Gelbwesten hat für Samstag, den 31. Oktober, zu einer neuen landesweiten Mobilisierung aufgerufen. Geplant sind Kundgebungen und Sitzproteste vor der Nationalversammlung in Paris sowie vor Rathäusern in anderen französischen Städten. Die Organisatoren wollen nach eigenen Angaben die öffentlichen Freiheiten verteidigen und gegen eine aus ihrer Sicht zunehmend autoritäre Politik der Exekutive protestieren.

Benjamin Ball und Azelma Sigaux stellten den Aufruf am Samstag, dem 24. Oktober, bei einer Pressekonferenz nahe der Place de la Bastille in Paris vor. Beide gehören der Koordination des wiederbelebten Gelbwesten-Netzwerks an. Sie begründeten die neue Aktion mit wachsender sozialer Unzufriedenheit. Der Regierung warfen sie vor, Proteste zu missachten und gesellschaftliche Gruppen gegeneinander auszuspielen.

Die Kundgebung vom 24. Oktober war zunächst als Teil der Proteste gegen hohe Lebenshaltungskosten und zur Unterstützung von Forderungen aus der Schülerschaft vorgesehen. Die Gelbwesten nutzten die Veranstaltung, um einen dritten landesweiten Aktionstag anzukündigen. Ihr Aufruf richtet sich an Schüler, Studierende, Beschäftigte, Landwirte und Rentner. In mehreren Orten sollen sogenannte Versammlungen der Zusammenführung entstehen, die unterschiedliche soziale Gruppen miteinander verbinden sollen.

Wie groß die Beteiligung ausfallen könnte, ist offen. Anders als Gewerkschaften verfügen die Gelbwesten weder über eine einheitliche Organisationsstruktur noch über eine zentrale Mitgliederbasis. Ihre Mobilisierungen entstehen vor allem über soziale Netzwerke, örtliche Gruppen und lose Absprachen. Belastbare Prognosen zur Zahl der Teilnehmer lagen am Sonntag nicht vor.

Inhaltlich verbindet der Aufruf soziale Fragen mit der Verteidigung öffentlicher Freiheiten, insbesondere des Demonstrationsrechts. Konkrete Forderungen an Regierung oder Parlament, etwa zu Löhnen, Preisen oder einzelnen Gesetzesvorhaben, enthält die Ankündigung nur in begrenztem Umfang. Die geplanten Proteste richten sich vor allem gegen den politischen Kurs und den Umgang der Regierung mit gesellschaftlichem Widerspruch.

Die ursprüngliche Gelbwestenbewegung hatte Ende 2018 mit Protesten gegen höhere Kraftstoffabgaben begonnen und sich rasch zu einer breiten sozialen Bewegung entwickelt. Zu ihren zentralen Anliegen gehörten Kaufkraft, Steuerpolitik und demokratische Mitsprache. Nach mehreren Jahren geringerer öffentlicher Präsenz knüpfen die heutigen Initiatoren an Namen und Protestformen der Bewegung an. Deren frühere Mobilisierungskraft haben sie bislang jedoch nicht erreicht.

Für den 31. Oktober sind Versammlungen und Sitzproteste vor der Nationalversammlung und französischen Rathäusern angekündigt. Welche Städte sich beteiligen und ob örtliche Behörden Auflagen erlassen, war am 25. Oktober noch nicht allgemein bekannt. Eine Stellungnahme der Regierung zu dem Aufruf lag ebenfalls nicht vor.

Quellen

  • Franceinfo
  • TF1 Info
  • Le Parisien
  • Koordination der Gelbwesten

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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