Paris – 01.09.2026: Der Referenzpreis für Erdgas steigt in Frankreich zum 1. September um 5,6 Prozent. Die Energieregulierungsbehörde CRE beziffert den durchschnittlichen Wert über alle Verbrauchergruppen hinweg auf 172,05 Euro je Megawattstunde einschließlich Steuern. Nach Angaben von Franceinfo betrifft die Entwicklung rund sechs Millionen Haushalte. Wie stark deren Rechnungen tatsächlich steigen, hängt jedoch vom jeweiligen Vertrag und vom Verbrauch ab.
Der Referenzwert ist weder ein staatlich festgesetzter Tarif noch ein Preis, der automatisch für sämtliche Kunden gilt. Seit dem Ende der regulierten Gastarife im Juni 2023 veröffentlicht die CRE monatlich eine Vergleichsgröße. Sie soll Haushalten helfen, die Angebote der Versorger einzuordnen. Die Unternehmen bestimmen ihre Preise und Vertragsbedingungen weiterhin selbst.
Für Haushalte im Netz von GRDF weist die September-Tabelle deutliche Unterschiede nach Verbrauchsart aus. Bei Gasheizungen beträgt der durchschnittliche Arbeitspreis 13,474 Cent je Kilowattstunde einschließlich Steuern; hinzu kommt ein jährlicher Grundpreis von 360,79 Euro. Wer Gas lediglich zum Kochen und zur Warmwasserbereitung nutzt, zahlt einen höheren Arbeitspreis, aber einen niedrigeren Grundpreis.
Unmittelbar bemerkbar machen kann sich der Anstieg bei Verträgen, deren Preis an einen Marktindex oder an den Referenzwert gekoppelt ist. Bei Festpreisverträgen richten sich Änderungen dagegen nach Laufzeit und Vertragsklauseln. Verbraucher müssen daher zunächst prüfen, welche Preisformel vereinbart wurde. Aus dem allgemeinen Referenzpreis lässt sich die persönliche Mehrbelastung nicht direkt ableiten.
In die Berechnung der CRE fließen mehrere Bestandteile ein: Beschaffungskosten auf den Großhandelsmärkten, Netzentgelte, Speicher- und Vertriebskosten sowie die Vergütung der Anbieter. Auch Steuern gehören zum ausgewiesenen Endwert. Regionale Netzstrukturen, Verbrauchsmenge und Tarifart können die tatsächliche Rechnung zusätzlich verändern.
Franceinfo führt den jüngsten Preisschub auch auf Schwierigkeiten bei den Energielieferungen durch die Straße von Hormus zurück. Die Meerenge zwischen Iran und Oman gehört zu den wichtigsten Routen für Erdöl und Flüssigerdgas. Störungen dort können die Erwartungen an den internationalen Energiemärkten und damit die Beschaffungskosten europäischer Versorger beeinflussen.
Die Referenzwerte gelten nach Angaben der CRE für etwa 95 Prozent der privaten Gaskunden, die an das Verteilnetz von GRDF angeschlossen sind. Für Gebiete mit lokalen Verteilunternehmen veröffentlicht die Behörde gesonderte Werte, da einzelne Kostenbestandteile abweichen. Beim Vergleich von Angeboten sind daher neben dem Preis auch Laufzeit, Kündigungsbedingungen, Preisgarantien, Verbrauchskategorie und zuständiger Netzbetreiber zu berücksichtigen.
Quellen
- Commission de régulation de l'énergie: Referenzpreis für Erdgas im September 2026
- Franceinfo: Bericht zum Anstieg des Gaspreises und zu Lieferproblemen in der Straße von Hormus
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).