Paris – 27.10.2026: Nach mehr als einem Monat mit Protesten und Schulblockaden hat die französische Regierung ein umfangreiches Maßnahmenpaket für Gymnasien und Hochschulen vorgelegt. Im Zentrum steht der schrittweise Abschied von Parcoursup, der zentralen Plattform für die Vergabe von Studienplätzen. Bildungsminister Édouard Geffray und Hochschulminister Philippe Baptiste stellten die Beschlüsse am 26. Oktober in Paris vor. Vorausgegangen waren Gespräche mit Schüler- und Studierendenvertretungen.
Schon für das Zulassungsverfahren 2027 soll Parcoursup grundlegend überarbeitet werden; 2028 soll ein neues System an seine Stelle treten. Ein Reformkomitee, dem auch Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler angehören sollen, soll bis Ende November erste Vorschläge erarbeiten. Geplant sind verständlichere Auswahlkriterien der Hochschulen, begründete Ablehnungen und eine frühere Studien- und Berufsorientierung ab der zehnten Klasse. Für einzelne Änderungen könnten neue gesetzliche Grundlagen nötig sein.
Zugleich kündigte die Regierung für 2027 und 2028 insgesamt 15.000 zusätzliche Studienplätze an. Davon sollen 10.000 in höheren technischen Bildungsgängen, dem Brevet de technicien supérieur, entstehen. Weitere 4.000 Plätze sind für technische Universitätsinstitute und 1.000 für gesundheitsbezogene Studiengänge vorgesehen. Vorrang erhält die Region Île-de-France, wo die Nachfrage vor allem nach technischen Ausbildungsgängen hoch ist. Die dafür benötigten zusätzlichen Lehrstellen sollen im Staatshaushalt berücksichtigt werden.
Auch an den Gymnasien sind Änderungen vorgesehen. Vom Schuljahr 2027 an sollen die Eingangsklassen der allgemeinbildenden und technologischen Oberstufe in der Hälfte der sozial am stärksten belasteten Lyzeen auf jeweils 28 Jugendliche begrenzt werden. Ab 2028 soll diese Obergrenze landesweit gelten. Zudem will die Regierung die geplante Streichung von 836 Stellen im öffentlichen Sekundarschulwesen zurücknehmen und weitere 500 Lehrerstellen schaffen.
Für die Sanierung von Bildungsgebäuden stellt der Staat bis 2030 vergünstigte Kredite von insgesamt vier Milliarden Euro bereit. Sie richten sich vor allem an die für die Lyzeen zuständigen Regionen. Auch Départements und Gemeinden sollen für die Erneuerung von Collèges und Schulen darauf zugreifen können. Ergänzend ist bis 2029 ein staatliches Investitionsprogramm von einer Milliarde Euro für rund 50 Hochschulstandorte geplant.
Die einkommensabhängigen Studienbeihilfen sollen ab 2027 stärker an Inflation und Familieneinkommen angepasst werden. Im ersten Jahr sind dafür zusätzlich 37 Millionen Euro vorgesehen. Außerdem plant die Regierung 500 neue Stellen für Schulpsychologen, Pflegekräfte und Sozialarbeiter. Nach Angaben der Ministerien flossen mehr als 100.000 Beiträge aus einer staatlichen Schülerbefragung in das Paket ein.
Quellen
- Franceinfo
- Französisches Bildungsministerium
- Französisches Ministerium für Hochschulbildung und Forschung
- Le Monde
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).