Paris – 26.10.2026: In Frankreich hat am Montag eine landesweite Aktion zur Früherkennung der Transthyretin-Amyloidose des Herzens begonnen. Fast 50 Krankenhäuser im europäischen Frankreich und in den Überseegebieten bieten bis Dezember kostenlose Untersuchungstage an. Die Initiative richtet sich an Menschen mit mehreren typischen Warnzeichen und soll dazu beitragen, verspätete Diagnosen zu vermeiden.
Bei der Erkrankung lagert sich das Protein Transthyretin im Gewebe ab, insbesondere im Herzmuskel. Das Herz kann dadurch zunehmend versteifen und seine Pumpkraft verlieren. Oft wird die Krankheit erst erkannt, wenn bereits deutliche Herzbeschwerden vorliegen. Nach Angaben der Organisatoren sind in Frankreich rund 10.000 Menschen betroffen.
Erste Hinweise können jedoch Jahre vor einer möglichen Herzbeteiligung auftreten. Dazu gehören ein Karpaltunnelsyndrom mit Kribbeln oder Taubheitsgefühlen in den Händen, Sehnenrisse, Probleme an der Wirbelsäule, Gelenkbeschwerden und fortschreitender Hörverlust. Jedes dieser Symptome kann für sich genommen zahlreiche andere Ursachen haben. Treten mehrere zugleich oder nacheinander auf, kann dies nach Einschätzung der beteiligten Fachgesellschaften eine gezielte medizinische Abklärung rechtfertigen. Wegen dieser unterschiedlichen Erscheinungsformen wird die Amyloidose auch als Chamäleonkrankheit bezeichnet.
An den Aktionstagen beginnt die Orientierung je nach Klinik mit einem Fragebogen zu Beschwerden und Vorerkrankungen. Bei auffälligen Angaben kann eine kardiologische Untersuchung folgen. Die Termine ersetzen weder den Besuch in einer regulären Sprechstunde noch eine ärztlich gesicherte Diagnose. Sie richten sich auch nicht ausschließlich an Menschen, bei denen bereits eine Herzerkrankung festgestellt wurde. Mögliche Risikokonstellationen sollen erkannt und die Betroffenen an geeignete Fachstellen vermittelt werden.
Getragen wird die Kampagne vom französischen Amyloidose-Forschungsnetzwerk und dem klinischen Forschungsnetzwerk CRI-IMIDIATE, die dem Forschungsverbund F-CRIN angehören. Beteiligt sind außerdem Fachgesellschaften aus Kardiologie, Rheumatologie, Orthopädie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und Geriatrie sowie Patientenverbände. Die breite Beteiligung folgt dem Krankheitsbild: Auffälligkeiten können zunächst in mehreren medizinischen Fachgebieten auftreten, ohne dass ihre gemeinsame Ursache sofort erkennbar ist.
Eine frühe Diagnose ist wichtig, weil inzwischen Therapien verfügbar sind, die den Verlauf der Erkrankung beeinflussen können. Welche Behandlung infrage kommt, muss nach gesicherter Diagnose individuell ärztlich entschieden werden. Die Kampagne rät deshalb ausdrücklich davon ab, einzelne Beschwerden selbst als Amyloidose zu deuten. Wer mehrere der genannten Warnzeichen aufweist, soll zunächst mit einer Hausärztin, einem Hausarzt oder einer Facharztpraxis sprechen.
Die einzelnen Termine und Anmelderegeln unterscheiden sich regional. Das Krankenhaus Timone in Marseille hat einen Untersuchungstag für den 12. November 2026 angekündigt. Weitere beteiligte Kliniken veröffentlichen ihre Sprechzeiten und Abläufe jeweils vor Ort.
Quellen
- Franceinfo, Bericht vom 26. Oktober 2026
- F-CRIN, Mitteilung zur nationalen Kampagne
- Maladie Caméléon, Informationen zu Untersuchungstagen
- Assistance Publique-Hôpitaux de Marseille, Terminankündigung
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).