Politik & Gesellschaft

Frankreich mobilisiert 70.000 Sicherheitskräfte für Demonstrationen

Innenminister Laurent Nuñez kündigt für den 24. Oktober ein verstärktes Aufgebot im ganzen Land an. Nach den Ausschreitungen eine Woche zuvor sollen mobile Einheiten, Spezialkräfte und rasche Strafverfahren weitere Gewalt verhindern.

Paris – 23.10.2026: Frankreich mobilisiert für die angekündigten Demonstrationen am Samstag, 24. Oktober, 70.000 Polizisten und Gendarmen. Innenminister Laurent Nuñez stellte am Freitag in Paris ein landesweites Sicherheitskonzept vor, das nach den Ausschreitungen und Plünderungen vom 17. Oktober deutlich ausgeweitet wurde. Örtliche Polizeikräfte werden dabei durch Einheiten der Republikanischen Sicherheitskompanien und der mobilen Gendarmerie verstärkt.

Zum Aufgebot gehören nach Angaben des Ministers Hubschrauber, Drohnen, Systeme zur Drohnenabwehr, Wasserwerfer und gepanzerte Centaure-Fahrzeuge der Gendarmerie. Auch Spezialeinheiten wie RAID, GIGN und die Brigade de recherche et d'intervention sollen bereitstehen. Sie sind jedoch nicht für den regulären Einsatz in Demonstrationszügen vorgesehen, sondern sollen vor allem besonders gefährdete öffentliche Gebäude sichern. Andere Verbände sollen dadurch für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung verfügbar bleiben.

Das Innenministerium wies die Präfekten an, angemeldete Demonstrationen und öffentliche Aufrufe zu Versammlungen besonders sorgfältig zu prüfen. Maßgeblich seien die Verlässlichkeit der Veranstalter, ein ausreichender eigener Ordnungsdienst und die vorgesehene Route. Wo ein erhöhtes Risiko für Plünderungen oder Sachbeschädigungen bestehe, könnten die Behörden Demonstrationen untersagen oder Strecken ändern. Die Präfekturen sollen ihre Entscheidungen mit den Bürgermeistern abstimmen.

Vorgesehen sind zudem Kontrollen an Bahnhöfen und wichtigen Verkehrsachsen. Damit soll verhindert werden, dass Waffen oder andere für Gewalttaten geeignete Gegenstände an die Versammlungsorte gelangen. Die Sicherheitskräfte sollen potenziell gewaltbereite Gruppen möglichst früh von den eigentlichen Demonstrationszügen trennen. Nuñez begründete das verstärkte Aufgebot mit Aufrufen zu Angriffen auf Geschäfte und öffentliche Gebäude, die sein Ministerium in sozialen Netzwerken registriert habe.

Für den Einsatz wurden Beamte aus dem Urlaub zurückgerufen. Polizeischüler können im Rahmen ihrer Befugnisse unterstützende Aufgaben übernehmen, Gendarmen sollen außerdem in städtischen Polizeizonen eingesetzt werden. Mit dieser Aufteilung will das Ministerium genügend Kräfte für die Demonstrationszüge bereithalten und zugleich auf Zwischenfälle in mehreren Städten reagieren können. Das Konzept ist erkennbar eine Reaktion auf den 17. Oktober, als es nach Einschätzung der Behörden an verfügbaren Kräften und ausreichender Koordination mangelte.

Auch die Justiz soll ihre Kapazitäten anpassen. Das Innenministerium kündigte eine enge Abstimmung mit den Staatsanwaltschaften an, damit Straftaten dokumentiert, Beweise gesichert und Festgenommene rasch den Gerichten vorgeführt werden können. Nach Angaben von Justizminister Gérald Darmanin wurden infolge der Gewalt vom 17. Oktober 232 Menschen inhaftiert. Insgesamt seien 1.144 Beschuldigte den Staatsanwaltschaften vorgeführt und 263 Verfahren wegen organisierter Bandenkriminalität eingeleitet worden.

Quellen

  • Franceinfo, Bericht vom 23. Oktober 2026
  • Französisches Innenministerium, Pressemitteilung vom 23. Oktober 2026
  • Le Monde, Live-Berichterstattung vom 23. Oktober 2026
  • Anadolu Ajansı, Bericht vom 23. Oktober 2026

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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