Kultur

François Morel geht als Molières Arnolphe auf Frankreich-Tournee

Robin Renucci inszeniert Molières "Die Schule der Frauen" mit François Morel als Arnolphe. Nach der Premiere in Grignan gastiert die Produktion bis Januar 2027 in zahlreichen französischen Städten.

Paris – 01.09.2026: François Morel kehrt zu Molière zurück und übernimmt Arnolphe, jene lächerliche und zugleich furchteinflößende Figur, die sich eine gehorsame Ehefrau erziehen will. Robin Renucci hat "Die Schule der Frauen" für La Criée, das nationale Theaterzentrum in Marseille, neu inszeniert. Nach der Sommerpremiere bei den nächtlichen Schlossfestspielen von Grignan beginnt nun eine Frankreich-Tournee, die bis Januar 2027 angesetzt ist.

Im Gespräch mit Franceinfo beschreiben Morel und Renucci ihr Vorhaben als Begegnung mit einem Stück, dessen Komik noch immer einen scharfen Stachel besitzt. Molières Verskomödie erzählt von Arnolphes Versuch, die junge Agnès von Bildung, Erfahrung und eigenen Entscheidungen fernzuhalten. Seine Rechnung geht nicht auf: Aus der vermeintlich formbaren Schutzbefohlenen wird eine junge Frau, die ihre Gefühle, ihre Urteilskraft und ihre Freiheit entdeckt.

Renucci konzentriert seine Lesart auf diese Befreiung aus der Abhängigkeit. Die kleine Holzhütte im Bühnenbild von Lisa Navarro erscheint als Ort der Abschottung und zugleich als fragiles Bauwerk. Je nachdrücklicher Arnolphe seine Regeln verkündet, desto deutlicher treten seine Angst und die Brüchigkeit seiner Macht hervor. Die Inszenierung folgt damit einer Konfliktlinie, die bereits Molière mit bemerkenswerter Unbarmherzigkeit angelegt hat.

Morel bringt für Arnolphe eine besondere Mischung aus Sprachlust, Komik und Melancholie mit. Der Schauspieler, Autor und Chansonnier beherrscht die Kunst, eine Pointe zunächst freundlich wirken zu lassen, bevor sie ihre Schärfe entfaltet. Seine Figur bleibt mehr als eine Karikatur des Patriarchen: Arnolphe verwechselt Besitz mit Liebe und scheitert an seiner eigenen Kontrollsucht. Darin liegt die bittere Komik der Rolle.

Zur Besetzung gehören Juliette Cahon, François Deblock, Luc-Antoine Diquéro, Sven Narbonne, Chani Sabaty und Igor Skreblin. Die Inszenierung entstand als Koproduktion von La Criée und den Productions de l'Explorateur, unterstützt von mehreren französischen Bühnen. Sie verbindet klassisches Ensembletheater mit einer unmittelbaren Spielweise, die Molières Alexandriner nicht wie ein Museumsstück behandelt.

Mehrere Stationen sind bereits angekündigt: Vom 23. September bis 3. Oktober 2026 gastiert die Produktion im Théâtre Montansier in Versailles, vom 7. bis 9. Oktober in der Maison de la Culture de Bourges. Vorstellungen folgen vom 13. bis 17. Oktober in Châtenay-Malabry sowie am 20. und 21. Oktober im Radiant-Bellevue in Caluire-et-Cuire.

Dass eine Komödie über die erzwungene Unmündigkeit einer Frau zugleich Lachen und Unbehagen auslöst, macht ihre fortdauernde Wirkung aus. Renucci sucht nach eigener Aussage das Menschliche und Kritische unter der höfischen Oberfläche. Morel gibt Arnolphe eine Stimme, die sich an ihrer Selbstgewissheit berauscht, bis Agnès ihr die Gefolgschaft verweigert.

Quellen

  • Franceinfo
  • La Criée – Théâtre national de Marseille
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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