Paris – 29.08.2026: Die Ratingagentur Fitch hat Frankreichs Bonitätsnote am Freitag, 28. August, bei A+ belassen und den Ausblick als stabil eingestuft. Haushaltsminister David Amiel begrüßte die Entscheidung, warnte jedoch vor Selbstzufriedenheit. Frankreich müsse seine öffentlichen Defizite dringend verringern und für den Haushalt 2027 einen tragfähigen politischen Kompromiss finden.
Die Entscheidung bewahrt Frankreich vorerst vor einer weiteren Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit. Fitch hatte die Note im September 2025 von AA- auf A+ gesenkt. Der stabile Ausblick signalisiert, dass die Agentur kurzfristig keine erneute Änderung erwartet. Als Nachweis dauerhaft gesunder Staatsfinanzen lässt sich das Urteil allerdings nicht lesen. Es berücksichtigt neben den hohen Schulden auch die wirtschaftliche Stärke und die belastbaren Institutionen des Landes.
Zugleich verschärfte Fitch ihre Prognosen für den französischen Staatshaushalt. Nach Berechnungen der Agentur dürfte das gesamtstaatliche Defizit 2026 bei 5,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen, 2027 auf 5,5 Prozent steigen und 2028 wieder 5,2 Prozent erreichen. Bereits 2025 betrug es 5,1 Prozent. Frankreich bliebe damit weit von der europäischen Referenzgrenze von 3 Prozent entfernt.
Noch deutlicher fällt der erwartete Anstieg der Schuldenquote aus. Fitch rechnet bis 2028 mit einer öffentlichen Verschuldung von 122,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, nach 115,7 Prozent im Jahr 2025. Mit den Schulden wachsen die Zinsausgaben. Dadurch wird ein größerer Teil der staatlichen Einnahmen für bestehende Verbindlichkeiten gebunden und steht weder für Investitionen noch für öffentliche Leistungen zur Verfügung.
Amiels Reaktion zielt daher auf die bevorstehenden Haushaltsverhandlungen im Parlament. Der Entwurf für 2027 soll bis Ende September vorliegen. Ein politischer Kompromiss sei unverzichtbar, dürfe die Konsolidierungsziele aber nicht aushöhlen. Schon am 24. August hatte der Minister alle politischen Kräfte aufgefordert, eigene Beiträge zur Senkung des Defizits vorzulegen.
Für 2026 strebt die Regierung bislang ein Defizit von 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts an. Fitch liegt mit ihrer Schätzung darüber. Diese Differenz berührt zentrale Annahmen des nächsten Haushalts: das erwartete Wachstum, mögliche Ausgabenkürzungen und zusätzliche Einnahmen. Je ungünstiger sich diese Größen entwickeln, desto schwieriger wird es für die Regierung, ihren Zielwert einzuhalten.
Die bestätigte Note verschafft Frankreich somit Zeit, beseitigt aber den finanziellen Druck nicht. Fitch erwartet über mehrere Jahre Defizite von mehr als 5 Prozent und eine weiter steigende Schuldenquote. An diesen Zahlen wird sich messen lassen, ob der Haushalt 2027 den von Amiel geforderten Konsolidierungskurs tatsächlich einleitet.
Quellen
- Franceinfo
- Fitch Ratings
- Agence France Trésor
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).