Politik & Gesellschaft

Faure verspricht fairen Vorwahlkampf der französischen Sozialdemokraten

Olivier Faure will den sozialdemokratischen Vorwahlkampf für die Präsidentschaftswahl 2027 ohne öffentliche Feindseligkeiten führen. Ob der Parteichef selbst antritt, ließ er in Blois offen.

Blois – 28.08.2026: Olivier Faure hat für die sozialdemokratische Vorwahl zur französischen Präsidentschaftswahl 2027 einen engagierten, aber geordneten Wettbewerb angekündigt. Der Erste Sekretär des Parti socialiste sagte am Freitag beim Sommertreffen seiner Partei in Blois, es werde keine öffentlich ausgetragenen Feindseligkeiten geben. Ob er selbst kandidieren will, ließ Faure weiterhin offen.

Der Auftritt fiel in einen für die Partei heiklen Moment. Raphaël Glucksmann, Vorsitzender von Place publique und früherer Spitzenkandidat der gemeinsamen Europawahlliste mit den Sozialisten, präsentierte sich in Blois als bereits erklärter Bewerber. Faure unterbrach dessen Pressetermin kurz und begrüßte ihn demonstrativ freundlich. Das Bild vermittelte Geschlossenheit, konnte jedoch kaum verbergen, dass beide Politiker um die Führung im sozialdemokratischen Lager ringen.

Das Auswahlverfahren unter dem Namen "Choisir 2027" wurde am 25. August vom Nationalrat des Parti socialiste beschlossen; Place publique billigte eine entsprechende Vereinbarung. Kandidaturen können vom 1. bis zum 15. September eingereicht werden. Der erste digitale Wahlgang ist für den 9. und 10. Oktober vorgesehen, eine mögliche Stichwahl für den 16. und 17. Oktober 2026.

Abstimmen dürfen Mitglieder der beteiligten Parteien sowie registrierte Unterstützer. Gewählt wird grundsätzlich elektronisch; örtliche Wahllokale können Tablets in abgeschirmten Kabinen bereitstellen. Externe Teilnehmer zahlen 15 Euro, Studierende und nicht steuerpflichtige Personen 10 Euro. Die Öffnung reicht damit über die Parteimitgliedschaft hinaus, bleibt aber organisatorisch an das sozialdemokratische Umfeld gebunden.

Sozialistische Bewerber benötigen zudem Unterstützungserklärungen aus der Parteiorganisation. Anerkannt werden alternativ 15 Mitglieder des Nationalrats, zehn sozialistische Abgeordnete oder festgelegte Quoren kommunaler und regionaler Mandatsträger aus mehreren Départements und Regionen. Die Hürden sollen Bewerbungen mit Rückhalt ermöglichen, ohne den Wettbewerb auf die Parteiführung zu beschränken.

Neben Glucksmann gelten die sozialistischen Abgeordneten Philippe Brun und Jérôme Guedj als mögliche Teilnehmer. Auch Ségolène Royal hat Ambitionen erkennen lassen. François Hollande hält sich außerhalb des Verfahrens eine spätere Entscheidung offen. Der frühere Präsident bekräftigte in Blois seine Vorbehalte gegen Vorwahlen, stellte dem späteren Sieger jedoch seine Unterstützung in Aussicht.

Aus dem Verfahren soll ein Kandidat für einen breiteren Zusammenschluss der demokratischen, ökologischen und republikanischen Linken hervorgehen. Die gemeinsame Werteerklärung verpflichtet die Bewerber, auf ein Programm, eine Vereinbarung für die Parlamentswahl und einen Regierungsvertrag mit weiteren linken Parteien hinzuarbeiten. Damit verbindet die Vorwahl die Personalentscheidung mit dem Versuch, die seit Jahren konkurrierenden Strategien der französischen Linken vor der Präsidentschaftswahl zusammenzuführen. Zunächst steht jedoch der festgelegte Kalender: Die Bewerbungsfrist endet am 15. September, der erste Wahlgang beginnt am 9. Oktober.

Quellen

  • Franceinfo
  • Parti socialiste
  • Public Sénat
  • AFP Video via Boursorama
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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