Paris – 31.08.2026: Frankreichs Viehhalter sorgen sich um die Futterversorgung im Winter. Wiederholte Hitzewellen und die seit Monaten anhaltende Trockenheit haben das Graswachstum auf vielen Weiden nahezu zum Erliegen gebracht. Zahlreiche Betriebe verfüttern deshalb bereits Heu und Silage, die eigentlich für die kalte Jahreszeit vorgesehen waren. Zugleich wird zusätzliches Heu knapper und teurer.
Die jüngsten Zahlen des staatlichen Agrarstatistikdienstes Agreste belegen das Ausmaß der Belastung. Bis zum 20. August lag das kumulierte Wachstum der Dauerwiesen 36 Prozent unter dem Durchschnitt der Jahre 1989 bis 2018. Sämtliche Regionen verzeichneten Defizite. Seit Ende Mai habe sich das Wachstum kaum erholt; Wassermangel und hohe Temperaturen setzten den Futterflächen weiter zu.
Für Rinder-, Schaf- und Ziegenhalter entsteht daraus ein doppeltes Problem. Die Tiere benötigen auch bei vertrockneten Weiden täglich ausreichend Futter, während die eigene Ernte geringer ausfällt. Reichen die Vorräte nicht, müssen die Betriebe Futter zukaufen oder auf Vermittlungsangebote zurückgreifen. Im Département Orne hat die Landwirtschaftskammer bereits eine Börse eingerichtet, über die verfügbare Futtermengen zwischen Höfen vermittelt werden.
Wie schwer einzelne Betriebe betroffen sind, hängt von den regionalen Erträgen, den Lagerbeständen und der Zahl der Tiere ab. Besonders angespannt ist die Lage dort, wo die zweite Mahd ausblieb oder nur geringe Mengen erbrachte. Muss Heu aus weiter entfernten Gebieten beschafft werden, kommen zu den höheren Preisen beträchtliche Transportkosten hinzu. Das belastet die Liquidität der Höfe noch vor Beginn des Winters.
Das Landwirtschaftsministerium kündigte Anfang August verstärkte Krisenhilfen an. Vorgesehen sind Unterstützung zur Sicherung der Zahlungsfähigkeit, mögliche Erleichterungen bei Sozialabgaben und regionale Beratungen mit Landwirtschaftskammern, Banken und Sozialkassen. Bereits im Juli hatte die Regierung eine Förderung von Futtertransporten geprüft, falls die örtlichen Bestände nicht genügen.
Versicherte Betriebe können zudem von einer Ende Juli geänderten Regelung profitieren: Versicherer dürfen bis zu 80 Prozent einer erwarteten Entschädigung als Vorschuss auszahlen. Das kann finanzielle Engpässe lindern, ersetzt aber weder fehlendes Futter noch die ausgefallene Ernte. Welche Verluste tatsächlich entstanden sind und wie groß der zusätzliche Einkaufsbedarf ausfällt, lässt sich erst nach Abschluss der Futterkampagne genauer beziffern.
Die Knappheit bedroht damit unmittelbar die Wirtschaftlichkeit der Tierhaltung. Dauerhaft hohe Preise für Heu, Silage und Ersatzfutter treffen vor allem Familienbetriebe mit geringen Rücklagen. Regionale Krisenzellen sollen nach Angaben des Ministeriums einzelne Härtefälle prüfen. Der Befund von Agreste bleibt eindeutig: Beim Wachstum der Dauerwiesen liegen alle französischen Regionen deutlich zurück.
Quellen
- Franceinfo – Quand le foin vaut de l'or
- Agreste – Wachstum der Dauerwiesen, Stand 20. August 2026
- Französisches Landwirtschaftsministerium – Krisenhilfen für landwirtschaftliche Betriebe
- TF1 Info – Futtermittelbörse im Département Orne
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).