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Digitale Kampagne entfacht in Mali Streit über Genitalverstümmelung

KI-generierte Plakate werben in Mali für die Beschneidung von Mädchen. Frauenrechtsgruppen und Angehörige der Diaspora verlangen ein ausdrückliches gesetzliches Verbot.

Bamako – 01.09.2026: Eine über soziale Netzwerke verbreitete Kampagne für weibliche Genitalverstümmelung hat in Mali Empörung ausgelöst. Unter dem Motto "Ja zur Exzision" kursieren seit Mitte August KI-generierte Plakate, auf denen bekannte und unbekannte Männer als vermeintliche Unterstützer der Praxis erscheinen. Wer hinter der Kampagne steht, ist bislang nicht zweifelsfrei geklärt. Aktivistinnen, Menschenrechtsgruppen und Angehörige der malischen Diaspora widersprachen öffentlich.

Die künstlich erzeugten Bilder geben der anonymen Initiative ein professionelles Erscheinungsbild und lassen sich auf Plattformen wie Facebook und TikTok rasch vervielfältigen. Zugleich formierte sich dort eine Gegenbewegung. Betroffene schilderten gesundheitliche und psychische Folgen des Eingriffs; Fachleute aus Medizin und Frauenrechtsarbeit verlangten einen besseren gesetzlichen Schutz für Mädchen.

Der digitale Streit berührt ein seit Langem ungelöstes gesellschaftliches und politisches Problem. Nach Angaben des Kinderhilfswerks Unicef haben in Mali 89 Prozent der Frauen und Mädchen zwischen 15 und 49 Jahren eine Form der Genitalverstümmelung erlitten. In der Region Sikasso liegt der Anteil bei 96 Prozent. Die Häufigkeit unterscheidet sich nach Region und gesellschaftlicher Gruppe, insgesamt gehört Mali jedoch zu den Ländern mit besonders hoher Verbreitung.

Ein spezifisches nationales Gesetz, das weibliche Genitalverstümmelung ausdrücklich verbietet, gibt es weiterhin nicht. Mali hat internationale und afrikanische Menschenrechtsabkommen ratifiziert und Präventionsprogramme aufgelegt. Ein umfassendes Verbot blieb jedoch politisch umstritten. In einem Bericht an die Vereinten Nationen erklärte die malische Regierung, die Voraussetzungen für eine strafrechtliche Regelung seien derzeit nicht gegeben. Stattdessen setzte sie auf Aufklärung und gesellschaftliche Überzeugungsarbeit.

Frauenrechtsorganisationen halten diesen Ansatz für unzureichend. Der Schutz von Mädchen könne nicht allein über allgemeine Vorschriften gegen Gewalt gewährleistet werden. Ende August sammelte eine von Gesundheitsfachleuten unterstützte Petition mehr als 6000 Unterschriften für ein ausdrückliches Verbot. Bei Aktionen zum nationalen Tag gegen die Exzision am 22. August in Bamako wurde die Forderung nach einem Gesetz bekräftigt.

Befürworter rechtfertigen den Eingriff häufig mit Tradition, sozialer Anerkennung oder religiösen Vorstellungen. Diese Deutungen sind auch in religiösen Kreisen umstritten. Ein malischer Prediger sagte der Deutschen Welle, weder der Koran noch eine der großen monotheistischen Religionen schreibe die Beschneidung von Mädchen vor.

Auch Teile der malischen Diaspora, darunter Menschen in Frankreich, verbreiteten Gegenpositionen zur digitalen Kampagne. Die Plakate haben die Praxis nicht neu begründet. Sie haben jedoch den politischen Druck erhöht, eine seit Jahren bestehende Schutzlücke zu schließen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Unicef
  • Vereinte Nationen
  • Deutsche Welle

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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