Paris – 04.09.2026: Frankreichs größter Bauernverband FNSEA fordert von der Regierung ein umfangreiches Sofortprogramm für landwirtschaftliche Betriebe, die nach den Hitzewellen und der Dürre des Sommers in finanzielle Not geraten sind. Es gehe um das Überleben vieler Höfe in nahezu allen Produktionszweigen, sagte der stellvertretende FNSEA-Vorsitzende am Freitag dem Sender Franceinfo. Besonders dringlich seien Liquiditätshilfen, bevor Ausgaben für Futter, Saatgut und die nächste Anbausaison fällig werden.
Die Forderung fällt mit der für Freitag angekündigten Vorstellung des staatlichen Hilfsplans gegen die Folgen von Hitze, Dürre und Waldbränden zusammen. Das Landwirtschaftsministerium hatte die ursprünglich für den 3. September geplante Präsentation kurzfristig verschoben. Als Gründe wurden weitere Abstimmungen zwischen den Ressorts und die erhebliche finanzielle Dimension der Maßnahmen genannt.
Premierminister Sébastien Lecornu hatte am Donnerstag im Amtssitz Matignon Landwirtschaftsministerin Annie Genevard, Wirtschaftsminister Roland Lescure und Haushaltsminister David Amiel empfangen. Nach Angaben aus dem Umfeld des Regierungschefs sollen Ausgabensperren und Einsparungen an anderer Stelle im Staatshaushalt 2026 Spielraum für die Soforthilfen schaffen. Die Unterstützung der Landwirtschaft trifft damit auf eine ohnehin angespannte Haushaltslage.
Die FNSEA verlangt einen Fonds zur Entlastung bei laufenden Kosten, über dessen Mittel die Präfekten entsprechend der regionalen Schäden verfügen könnten. Außerdem fordert sie eine Verlängerung der Beihilfen für Agrardiesel und Dünger bis zum 31. Dezember, Erleichterungen bei Sozialabgaben und Bankkrediten sowie eine rasche Auszahlung der Direktzahlungen aus der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union. Auch die Entschädigungsinstrumente für klimabedingte Ernteausfälle sollen aktiviert werden.
Die in der FNSEA zusammengeschlossenen Ackerbauverbände beziffern den wirtschaftlichen Schaden der Sommerkampagne bei Getreide, Mais, Zuckerrüben, Kartoffeln, Raps und Sonnenblumen auf rund 6,5 Milliarden Euro. Sie verlangen eine Liquiditätshilfe von 450 Euro je Hektar. Beide Zahlen stammen von den Verbänden; eine entsprechende Zusage der Regierung gibt es bislang nicht.
Das Kabinett hatte bereits im August angekündigt, sein Krisenprogramm auf die Meldungen regionaler Dürrezellen in den Präfekturen zu stützen. Genannt wurden Hilfen für betroffene Höfe, Anpassungen im bestehenden Rechtsrahmen der Wasserbewirtschaftung und ein stärkerer Rückgriff auf nationale Entschädigungsmechanismen. Umfang, Vergabekriterien und zeitlicher Ablauf des neuen Pakets sollen nun bei der Präsentation erläutert werden.
Für viele Betriebe drängt die Zeit. Nach Angaben der FNSEA stehen ab dem 20. bis 25. September wichtige Entscheidungen über die Aussaat von Winterweizen an. Zugleich müssen zahlreiche Tierhalter zusätzliches Futter beschaffen. Der Verband verlangt deshalb, dass staatliche Unterstützung noch vor diesen Ausgaben bei den Höfen ankommt.
Quellen
- Franceinfo
- Französisches Landwirtschaftsministerium
- Agra Fil
- Le Monde
- Le Parisien
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).