Politik & Gesellschaft

Abgeordneter Delogu nach Streit mit Polizisten in Gewahrsam

Der französische Abgeordnete Sébastien Delogu ist in Marseille in Polizeigewahrsam genommen worden. Nach einer Auseinandersetzung in seinem Wohnhaus liegen wechselseitige Anzeigen vor.

Marseille – 27.08.2026: Der französische Abgeordnete Sébastien Delogu von La France insoumise ist am Donnerstag in Marseille in Polizeigewahrsam genommen worden. Die Ermittlungen betreffen eine Auseinandersetzung mit drei Polizisten am Montag, 24. August, in dem Gebäude, in dem der Parlamentarier wohnt. Der Staatsanwaltschaft liegen wechselseitige Anzeigen und widersprüchliche Darstellungen des Vorfalls vor.

Die Beamten waren in Zivil im zweiten Arrondissement von Marseille im Einsatz. Nach Angaben von Franceinfo suchten sie im Zuge von Ermittlungen wegen des Diebstahls einer Armbanduhr nach einem Verdächtigen. Im Eingangsbereich des Hauses trafen sie auf Delogu. Aus der Begegnung entwickelte sich ein heftiger Wortwechsel, der nun Gegenstand eines eigenen Ermittlungsverfahrens ist.

Die drei Polizisten werfen dem Abgeordneten vor, ihren Zugang zu dem Gebäude behindert und sie beleidigt zu haben. Sie erstatteten Anzeige wegen Beleidigung von Amtsträgern. Die erhobenen Vorwürfe sind bislang weder gerichtlich geprüft noch festgestellt. Delogu bestreitet die Darstellung der Beamten und hat seinerseits Anzeige eingereicht.

Der Politiker und sein Anwalt erklären, die Männer seien zunächst nicht eindeutig als Polizisten zu erkennen gewesen. Delogu habe deshalb verlangt, dass sie sich ausweisen. Während der anschließenden Auseinandersetzung soll er nach eigener Darstellung von einem Beamten körperlich angegangen worden sein. Seine Anzeige richtet sich wegen mutmaßlicher vorsätzlicher Gewalt gegen einen der beteiligten Polizisten. Ob es zu körperlichem Kontakt kam und wie dieser gegebenenfalls ablief, gehört zu den offenen Fragen des Verfahrens.

Für die Ermittlungen könnten Aufnahmen der Videoüberwachung im Wohnhaus von besonderem Gewicht sein. Medienberichten zufolge liegen den Ermittlern entsprechende Bilder vor. Sie könnten Aufschluss über die zeitliche Abfolge und das Verhalten der Beteiligten geben. Zugleich müssen die Aufnahmen mit den Aussagen der vier Männer und möglichen weiteren Beweismitteln abgeglichen werden. Zu zusätzlichen Straftatbeständen gab es zunächst keine gesicherten Angaben.

Der Polizeigewahrsam dient im französischen Strafverfahren dazu, einen Verdächtigen zu befragen und Beweise zu sichern. Die Maßnahme bedeutet weder eine Anklage noch eine Verurteilung. Delogu kann einen Anwalt hinzuziehen und zu den Anschuldigungen Stellung nehmen. Im Anschluss entscheidet die Justiz, ob der Gewahrsam beendet, verlängert oder das Verfahren mit weiteren Schritten fortgesetzt wird.

Delogu vertritt in der Nationalversammlung einen Wahlkreis im Département Bouches-du-Rhône. Wegen seines Mandats erfährt der Vorfall auch politische Aufmerksamkeit; rechtlich handelt es sich zunächst um ein Ermittlungsverfahren mit gegensätzlichen Aussagen. Gesichert ist bislang, dass die drei Beamten und Delogu Anzeigen erstattet haben und die Staatsanwaltschaft Marseille den Ablauf untersucht.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Monde
  • Le Parisien

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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